preparing to leave

Der obligate feine in ZRH. Lomo-Foto by iPhone.

schöne Aussichten

Traditionellerweise ist es an Karfreitag ja frühlingshaft sonnig und warm. Ich kann mich jedenfalls an keinen verregneten Freitag vor Ostern erinnern. Die herrliche Föhnlage heuer nutzten wir für eine tolle Ausfahrt im Nidwaldnerland.

Eine erste Runde führte uns auf den Seewligrat am Südhang des Bürgenstocks. Wer eine 25’000er von swisstopo zur Hand hat: Punkt 937 am Westende des Grats bietet eine fantastische Aussicht über den Kanton, aber auch eine grandiose Weitsicht bis hin zu den wichtigen Berner Viertausender.

Die zweite Runde war dem Mueterschwanderberg gewidmet. Der steile Aufstieg durch eine wilde Schlucht zeigte, dass auch drei erfahrene Kartenleser sich ab und an einmal irren können. Immerhin fühlte man sich währenddessen nie ganz alleine in der Wildnis – unser grösster Geldverschwender, die Armee, hatte diskret aber unübersehbar seine Spuren an den Felsen hinterlassen.

Oben angekommen durften wir uns im Sinne eines ganzheitlichen Crosstrainings als Geometer beschäftigen und die Profilstangen für einen Hausneubau setzen. Schlechtes Gewissen inklusive, mahnt doch schon das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens, in diesen Tagen das Pflügen und Graben zu unterlassen, «um Christus nicht im Grabe zu beunruhigen». Ein dem Tag angemessenes Festmahl bei bester Aussicht – die hohen Berge grüssten auch hier wieder – beruhigte das Gewissen und rundete die sportlichen Aktivitäten elegant ab.

Wer sich übrigens über die Schwimmstrecke zwischen Hergiswil und Stansstad wundert: Keine Sorge, ich konnte trockenen Fusses über das Wasser wandeln. Die temporäre Not-Ponton-Brücke am Lopper steht endlich, Stans ist rechtzeitig auf den Frühling hin wieder mit dem Velo erreichbar.

Wechselwähler

Wieso ich meinem bisherigen Notebookhersteller untreu geworden bin, ist an sich eine lange Geschichte. Ein Supportfall, bei dem er sich absolut unmöglich benommen hatte – drei Reperaturversuche hatten nicht gereicht – und nur durch eindringliches Zureden («If you want to get anything done in this country you’ve got to complain ‚til you’re blue in the mouth.» – Na, wer kennt das Zitat?) zum Einlenken zu bewegen war, hätte bereits zum Wechsel ausgereicht, wenn das Einlenken dann nicht doch unerwartet grosszügig gewesen wäre.

Und ja, ich bin oftmals lernresistent, wie ich bereits ausführlich berichten durfte. So war auch bei der jüngsten Neuanschaffung tatsächlich wieder ein Gerät des nämlichen Herstellers in der engeren Auswahl. In erster Linie der langen Akkulaufzeit wegen, für mich entscheidendes Hauptkriterium. Nur bei der Spezifikation des Prozessors hatte ich Bedenken: Der auf der Herstellerseite erwähnte anscheinend im Gerät verbaute «Intel Core 2 Solo SU4100» existiert meines Wissens nicht. Auch die entsprechende Website des Produzenten Intel zeigt mir den SU4100 als echten Doppelkerner, also nicht als Solo an. Meine Frage an die Notebookmanufaktur (verbunden mit einer klaren Kaufabsicht) resultierte in der folgenden lapidaren Antwort:

Um Ihre Anfrage zu lösen, haben wir folgende Nachricht für Sie bereitgestellt: Schauen Sie sich bitte folgenden Link an: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=43568. Mit freundlichen Grüssen, Ihr Ac*r Support.

Tickt ihr noch richtig? Aus welchem Grund wohl habe ich die Anfrage gestellt? Vielleicht weil besagte Intel-Seite und eure Angaben nicht kongruent sind?

epic fail

Himmel noch einmal! Da stellt der grosse Riese mit dem angebissenen Apfel ein Update für iTunes in die Welt. Und was haben wir iPhone-Benutzer davon? Beim ersten Synchronisieren werden alle ganztägigen Termine und alle Terminserien verändert. Mal einen Tag zu früh, mal zu spät, mal eine oder zwei Stunden verschoben, kurz: Agenda im Eimer. Entschuldigt den Ausdruck, aber, was für Idioten arbeiten denn bitte dort? Ist es aus der Mode gekommen, Updates vor dem Release zu testen? Ein Glück kommen gerade ruhige Tage ohne Terminverpflichtungen, da verpasse ich wohl wenig.

Und präventiv: Entschuldigt bitte, wenn ich in nächster Zeit ein wichtiges Date verpasse…

UPDATE 03-04-2010: Zwei Tage und noch immer keine offizielle Stellungnahme seitens Cupertino. Das ist auch während der Ostertage unentschuldbar. Als Workaround hat bei mir eine komplette Deinstallation von iTunes 9.1 und eine Neuinstallation von 9.03 genützt. Jetzt rennt wieder alles wie gewohnt. Und meine Erkenntnis: Bei iTunes-Updates in Zukunft jeweils ein paar Wochen abwarten.

Wie es wirklich war

Im Anfang schuf Gott erst mal gar nichts. «Dafür ist auch morgen noch Zeit», sprach er und strich sich zufrieden über den Bart.

Am zweiten Tag sprach Gott: «Ach, es sind ja noch fünf Tage übrig», und sank wieder in die Kissen.

Am dritten Tag wollte Gott schon anfangen, das Licht von der Finsternis zu scheiden, aber kaum hatte er sich auch nur einen Kaffee gekocht, war der Tag irgendwie schon vorbei.

Am vierten Tag dachte Gott ernsthaft darüber nach, jemand anderen die ganze mühsame Schöpfungsarbeit machen zu lassen. Aber es war ja noch niemand da.

Am fünften Tag hatte Gott andere Dinge zu erledigen, die viel dringender waren.

Am sechsten Tag überlegte Gott, ob es wohl möglich war, sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen. Es fiel ihm aber nichts Rechtes ein. Schliesslich war er allmächtig, was die meisten Ausreden ein bisschen unglaubhaft wirken lässt.

Am Sonntag um fünf vor zwölf schliesslich schluderte Gott hastig irgendwas hin: Wasser, Erde, Tag, Nacht, Tiere, Zeugs. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es so lala war. «Aber für nur fünf Minuten», sagte er, «gar nicht so schlecht!»

Der geniale Teaser aus Kathrin Passigs und Sascha Lobos Buch «Dinge geregelt kriegen». Erschienen 2008 bei Rowohlt, Berlin, 978-3-87134-619-4. Hier übrigens auch als ganz tolles Typo-Video zu finden. (Und ja, viel mehr als diese Seite habe ich noch nicht gelesen – ob das auch unter «Prokrastination» läuft?)

Offenbarung

«Tired But Happy», der Albumtitel des Erstlings der jungen Fribourger Sängerin, erinnert direkt übersetzt schmerzhaft an die Schluss-Sätze von ungezählten Turnvereinsausflugsbeschreibungen in Lokalzeitungen. «Müde aber glücklich bestiegen wir in Zermatt den Car, mit dem uns Chauffeur Walti souverän und mit seinem ihm eigenen Humor…..» – man kanns nicht mehr hören.

Aber dennoch: Zum müden und glücklichen Gefühl nach einem langen Tag, an dem man etwas erreicht hat, passt die ruhige und feine CD von Laure Perret perfekt.

Stilistisch irgendwie in der Nähe von Lunik und Ane Brun und Sophie Hunger mit Einflüssen von Folk und Blues und Jazz. Kaufen!

winterlich exotisch

Der Käsekuchen von eben war heute auf dem Speiseplan. Das mit dem Frühling hat schliesslich noch nicht ganz geklappt. Als Salat kam eine ganz gelungene Kombination auf den Tisch:

Für drei Personen kamen ein halber Weisskohlkopf (gross), vier Stangen vom Stangensellerie und drei Frühlingszwiebeln zum Einsatz. Den Kohl fein hobeln, die anderen Gemüse klein schneiden und dann nach Möglichkeit ein paar Stunden in einer Sauce aus Olivenöl, Balsamico, etwas Salz, Kräuter, Curry und ordentlich Chili ziehen lassen. Ich habe momentan ein Kräutersalz im Einsatz, das fast ausschliesslich aus scharfen Kernen besteht (und damit in der obigen Liste Salz, Chili und Kräuter ersetzt):

Und das verleiht dem Salat eine wunderbare Wärme. Wenns draussen schon so übel kalt ist.

Frühlingsgemälde

Nächstes Mal klappts dann vielleicht mit der schönen Blume auf der Karte. Andere sind da schon viel weiter (das faszinierende Projekt ist allerdings anscheinend leider ein Fake…). Die nächste Biketour wird entsprechend geplant, versprochen!

mein bester Freund

Max Küng hat im aktuellen Magazin des Tages-Anzeigers eine wunderschöne Ode an das beste Verkehrsmittel der Welt verfasst. Und darin so viel Zitierungswürdiges eingepackt:

Es ist eine Sucht, auf den zwei schmalen Rädchen durch die Welt zu schiessen, nahezu geräuschlos, den Wind im Gesicht und die Sonne im Nacken. Manchmal vergisst man zwischendurch, dass man süchtig ist. Aber sobald man wieder im Sattel sitzt und die ersten Meter hinter sich lässt, ist alles wieder klar, und man weiss: Das ist es.

Kann ich bedenkenlos unterschreiben. Auch den Abschnitt mit dem Irrationalen im Leben des Velofahrers: Die beste Biketour, an die ich mich erinnere, ist jene, von der ich mit einer langen klaffenden Wunde am Schienbein zurückgekommen bin. Absolutely worth it!

http://dasmagazin.ch/index.php/mein-bester-freund/

im Fluge

Passend zu den Flügeln in der Halle fliegen draussen im Minutentakt die grossen Vögel im Landeanflug auf ZRH vorbei. Der Flügelsaal muss das Paradies für jeden Pianisten sein. Und wenn man im Rahmen der kleinen, feinen Konzertreihe «klassik@bülach» dort singen darf, schlägt auch des Sängers Herz höher. Trotz Fabrikhallenambiente ist die Akustik nämlich sehr günstig.


© Musik Hug AG

Und wie der Saal dann fürs Konzert bereitgemacht wird, erinnert stark an Urs Wehrlis «Kunst aufräumen»: Die edlen Klaviere werden platzsparend den Wänden entlang versorgt – ein ganz besonders schönes Exemplar bleibt natürlich in der Mitte auf der Bühne –; der freie Platz wird schliesslich mit Stühlen aufgefüllt. Eine sehr spezielle Atmosphäre!