Tired

«I’m tired of the fantasy because it doesn’t really exist. And there are never really any surprises, and it never really –»

«Delivers?»

«Delivers. Right, I’m tired of it. I’m tired of everything else for that matter. But I don’t ever seem to get tired of you. So –»

«I think I know what you mean. But were you really expecting me to say yes?»

«I don’t know. I didn’t think about it, really. I thought asking was the important part.»

«Well you’ve asked. Thank You.»

Ja natürlich, High Fidelity. Eine wunderschöne Szene.

die unvermeidlichen Listen

Zum Jahresende sind alle Zeitungen voll davon, die Blogs sowieso. Und drum schliesse ich mich dem – ganz in der Tradition Rob Gordons in Hornbys unsterblichem «High Fidelity» – ausnahmsweise gerne an. Keine «desert island, all-time, top-five most memorable breakups», sondern meine persönliche Album-Top-10 für 2009. Einfach weils Spass macht, die Musiksammlung nach den prägendsten Werken zu durchforsten.

Meistgehört, meistgeliebt oder ausgezeichnet als «beste Entdeckung des Jahres». Voilà, in alphabetischer Reihenfolge:

  • Anna Ternheim – Leaving On A Mayday
  • Bob Dylan – Tell Tale Signs
  • Element of Crime – Immer da wo du bist bin ich nie
  • Johann Sebastian Bach – Bach Cantatas Vol. 24 (Gardiner, English Baroque Soloists, Soli Deo Gloria)
  • Karpatt – Dans D’beaux Draps
  • Kummerbuben – Schattehang
  • Massive Attack – blue lines
  • Minor Majority – If I Told You, You Were Beautiful
  • Patent Ochsner – The Rimini Flashdown Pt I
  • Tom Waits – Blood Money

Eine Kategorisierung nach Anlässen wäre auch sehr interessant. Vielleicht gibts einmal noch eine Top-10-Busfahrt-Liste (unterteilt nach «Morgen vor der Arbeit» und «Abend abgekämpft»), die Top-10, bei denen das Kochen am meisten Spass macht. Oder die zehn schönsten Lieder für ein gutes Essen in angenehmer Gesellschaft. (Böse Zungen behaupten ja, es sei fast immer Element of Crime!)

Spannender und zum Teil sehr überraschend ist die Statistik, die mein iTunes für mich führt. Auf Knopfdruck sehe ich da meine meistgehörten Musikstücke. Diese Liste ist nicht ganz deckungsgleich mit den obigen Top-10:

  1. Johann Sebastian Bach – Magnificat BWV 243
  2. Peter Fox – Haus am See (Stadtaffe)
  3. Patent Ochsner – Blue September (The Rimini Flashdown Pt I)
  4. Karpatt – Le Bar du Silence (Dans D’beaux Draps)
  5. Gotan Project – Amor Porteño (Lunatico)
  6. Bob Dylan – Mississippi (Tell Tale Signs)
  7. Johann Sebastian Bach – Sinfonia aus der Kantate «Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen» BWV 12
  8. MiNa – living in between (playground princess)
  9. Ed Csupkay – Einfach (Das Tier in mir)
  10. Joshua Radin – Closer (We Were Here)

Ich habe die Liste natürlich etwas frisiert: Es hat nur das jeweils meistgehörte Stück pro Album Einzug in die Top-10 gehalten. Sonst wäre es langweilig geworden. Und Kenner merken sofort, dass die Nummer 1 aus zwölf verschiedenen Sätzen besteht. Diese belegten aber auch wirklich die Plätze 1 bis 12 – weil ich das Magnificat dieses Jahr mit dem Chor aufgeführt und deshalb oft geübt habe, aber auch weil es wirklich ein bemerkenswertes Werk ist.

Acrylamid?

Wieder etwas, das ich in einem Kochblog gefunden habe: geröstete Teigwaren. Hartweizenteigwaren werden in einem Blech im Ofen rund zehn Minuten bei 180 °C angebräunt. Für die intensiven Röstaromen, die dabei entstehen, ist die sogenannte Maillard-Reaktion verantwortlich. Auch für die Acrylamide,  wer erinnert sich noch an die letzte Lebensmittelhysterie? Ich sehr gut, esse das Zeug aber selbstverständlich trotzdem mit Genuss – man will ja schliesslich nicht 120 Jahre alt werden.

geröstete Teigwaren

Die Bilder im oben verlinkten Blog zeugen sogar von einer noch längeren Röstzeit. Die Teigwaren dürften wirklich sehr braun werden.

Dazu gabs heute eine feine Knoblauch-Peperoni-Sauce. Und, weil sie mich beim Einkaufen gerade so angelacht hat, eine Entenbrust. Die kocht sich bezaubernd einfach: Brust auf der Hautseite gut einschneiden, mit dieser Seite nach unten 2 Minuten heiss anbraten. Dann wenden, anständig würzen und die Pfanne für etwa zehn Minuten zum Nachgaren in den heissen Ofen stellen.

Ente, kross

Aussen knusprig innen zart und rosa. Wunderbar.

Tierquälerei, endlich detailliert

Wie gesagt, jetzt hat es geklappt mit dem Beer Can Chicken. Zeit, ein genügend grosser Ofen, eine Handvoll hungrige Mäuler und die Protagonisten, Hühner und Bier: alles bereit.

Hühner, noch friedlich

Die Poulets werden zunächst schön eingerieben mit einer Mischung aus Salz, Pfeffer, Paprika, Curry und was so an Kräutern herumliegt. Die Bierdosen werden aussen sauber gewaschen und als Aperitiv zur Hälfte geleert. Ich habe das restliche Bier in der Dose danach mit je einem Zweiglein Rosmarin und Salbei und einer Knoblauchzehe aromatisiert. Und dann folgt das unwürdige aber unterhaltsame Spektakel: Die Hühner müssen über die offenen Bierdosen gestülpt werden.

der unwürdige Kampf

Dann kommt die Kunstinstallation für eine knappe Stunde bei 180 °C in den Ofen. Ein Stockwerk unter den Hühnern hatte ich im gleichen Ofen einen Kartoffelgratin am Start.
Bei einem grossen Gastro-Kombisteamer, wie ich ihn benutzen durfte, ist für zusätzliche Unterhaltung gesorgt: Der starke Umluft-Ventilator lässt die Hühner fast flattern (deshalb auch die präventive gegenseitige Stabilisierung unter den Flügeln…).

nach getaner Schlacht friedlich schmorend

Das Fazit des ganzen Hypes: Nunja, ich hatte das Fleisch eigentlich noch saftiger erwartet. Und aromatischer. Nächstes Mal versuche ich wirklich an ein reichhaltiges dunkles Bier heranzukommen. In der Schweiz sind Dosen zum Glück noch nicht so rar. Und nächstes Mal beherzige ich wohl auch den Tip, den ich im Internet gefunden habe: Die Halsöffnung mit einer kleinen Kartoffel verschliessen, damit der Bierdampf nicht sofort wieder entweicht. Nach einer Stunde Garzeit soll auch diese perfekt gekocht sein.

Fein wars allemal. Wenn der Ofen danach nicht dermassen versaut wäre, würde ich das Rezept sofort in die Repertoire-Shortlist aufnehmen.

dr Ämme na

Ich war eigentlich nur dabei, den Server an seinem Bestimmungsort einzubauen. Da für die Umbauarbeiten eine nach den Launen von Murphy mehr oder minder lange Downtime unumgänglich war, kam der Ruhetag in der Weihnachtszeit wie gerufen. Aber da ich mit Bikeklamotten und dem dazu passenden Bike unterwegs war, wurde ich von den zufällig im Geschäft vorbeischauenden Kollegen kurzerhand auf eine schöne Winterausfahrt mitgenommen.

Nein, wir sind bei Ettisbühl nicht geschwommen – mein GPS hat sich da kurz massiv vertan (Experten vor: weshalb? weshalb dort?). Ja, der lustige Zickzack-Knubbel an der Ecke Bruchstrasse-Klosterstrasse stammt vom Kaffeehalt nach getaner Tour. Ja, ihr mitlesenden PolizistInnen, wir haben das Bike selbstverständlich durch alle Fahrverbote durchgeschoben. Und ja, eine Foto des wunderbar verdreckten Bikes liefere ich auch noch nach.

Sommer

Die Wintersonnwende ist vorbei, ich darf einen ersten Sommervorboten ins Rennen schicken:


© The Pioneer Woman

Eigentlich mehr eine Nachlese des letzten Sommers. Damals habe ich per Zufall in einem amerikanischen Blog (hier gibts auch noch mehr Bilder) diesen superfeinen Teigwarensalat entdeckt. Und mehrfach nachgekocht. Wie so oft bei gutem Essen ist auch dieses Rezept bescheiden einfach.
Zunächst macht man sich hinter die Sauce:

ein Dutzend sonnengetrocknete Tomaten
4 Knoblauchzehen
2-3 EL Balsamicoessig
grosszügig gutes Olivenöl
Salz, Pfeffer, etc.

Mit dem Stabmixer (oder, wenn wir schon bei einem amerikanischen Rezept sind, mit einem richtig guten Rührgerät) zu einer sämigen Sauce verrühren. Ich starte mit einer kleinen Menge Olivenöl und gebe unter Volleinsatz des Mixers nach und nach so viel dazu, bis die Konsistenz gut ist. Das kann schon mal 1 dl Öl sein, die Sauce reicht dann aber auch für den grossen Hunger.

Wenn man Zeit hat, sollte man die Pracht unbedingt über Nacht im Kühlschrank lagern, dann vermählt sich der Knoblauch perfekt mit dem intensiven Tomatenaroma.

Zum Fertigstellen brauchts dann noch Folgendes:

500 g Fusilli (oder sonstige saucenfreundliche Teigwaren)
eine Handvoll Oliven, z.B. Kalamata
250 g Cherry-Tomaten
eine Handvoll Basilikumblätter
ordentlich frisch geriebenen Parmesan

Die Fusilli werden al dente gekocht, mit kaltem Wasser abgespült und abgetropft. In einer Schüssel mischt man sie mit der Sauce. Sicherheitshalber schmeisse ich jeweils nicht gleich die ganze Sauce zu den Teigwaren, sondern nähere mich unter stetem Rühren dem Idealwert.

Die Oliven und die Tomaten werden halbiert, der Basilikum in feinste Streifchen geschnitten und zusammen mit dem Parmesan unter die Teigwaren gehoben.

Da gerät das gebratene Fleisch daneben fast zur armseligen Beilage!

Mädchen

Die Band heisst «Girls», ist aber nicht – wie der Name vielleicht befürchten liesse – irgendein sucht-den-Superstar-Schrott, sondern eine ganz spannende Indie-Band aus San Francisco. Die zwei Herren haben mit ihrem Debut-Album «Album» Lieder mit berührenden Texten vorgelegt, wie hier zum Beispiel «Hellhole Ratrace»:

I’m sick and tired of the way that I feel,
I’m sick of dreaming and its never for real.
I’m all alone with my deep thoughts.
I’m all alone with my heartache and good intentions.

I work to eat and drink and sleep just to live,
Feels like I’m never getting back what I give.
I’ve got a sad song in my sweet heart.
And all I really am is needing some love and attention.

And I don’t want to cry my whole life through,
I want to do some laughing too.
So come on, laugh with me.
And I don’t want to die without shaking up a thing or two,
Yeah, I want to do some dancing too.
So come on, dance with me.

Sometimes you’ve just gotta make it for yourself.
Sometimes sugar, it just takes someone else.
Sometimes you’ve just gotta make it for yourself.
Sometimes baby, you just need someone else.

Danke für den Tip!

Frohe Festtage

Frohe Festtage wünsche ich dem verehrten Publikum. Mehr übers Essen, Trinken und Geniessen folgt demnächst.

Haiku IV

A crash reduces
your expensive computer
to a simple stone.

one day

One day, you will die.

You will stop and the world will carry on. Lovers will love. Others will shop, laugh and cry. Sometimes alone. Sometimes together. The radio will keep playing.

But you will be gone.

Only the love you gave, the souls you touched and the people you changed, will remain.

They will carry on for you. They will pick up where you left off.

There is nothing to be sad about here.

Hier gefunden.