Tierquälerei, endlich detailliert

Wie gesagt, jetzt hat es geklappt mit dem Beer Can Chicken. Zeit, ein genügend grosser Ofen, eine Handvoll hungrige Mäuler und die Protagonisten, Hühner und Bier: alles bereit.

Hühner, noch friedlich

Die Poulets werden zunächst schön eingerieben mit einer Mischung aus Salz, Pfeffer, Paprika, Curry und was so an Kräutern herumliegt. Die Bierdosen werden aussen sauber gewaschen und als Aperitiv zur Hälfte geleert. Ich habe das restliche Bier in der Dose danach mit je einem Zweiglein Rosmarin und Salbei und einer Knoblauchzehe aromatisiert. Und dann folgt das unwürdige aber unterhaltsame Spektakel: Die Hühner müssen über die offenen Bierdosen gestülpt werden.

der unwürdige Kampf

Dann kommt die Kunstinstallation für eine knappe Stunde bei 180 °C in den Ofen. Ein Stockwerk unter den Hühnern hatte ich im gleichen Ofen einen Kartoffelgratin am Start.
Bei einem grossen Gastro-Kombisteamer, wie ich ihn benutzen durfte, ist für zusätzliche Unterhaltung gesorgt: Der starke Umluft-Ventilator lässt die Hühner fast flattern (deshalb auch die präventive gegenseitige Stabilisierung unter den Flügeln…).

nach getaner Schlacht friedlich schmorend

Das Fazit des ganzen Hypes: Nunja, ich hatte das Fleisch eigentlich noch saftiger erwartet. Und aromatischer. Nächstes Mal versuche ich wirklich an ein reichhaltiges dunkles Bier heranzukommen. In der Schweiz sind Dosen zum Glück noch nicht so rar. Und nächstes Mal beherzige ich wohl auch den Tip, den ich im Internet gefunden habe: Die Halsöffnung mit einer kleinen Kartoffel verschliessen, damit der Bierdampf nicht sofort wieder entweicht. Nach einer Stunde Garzeit soll auch diese perfekt gekocht sein.

Fein wars allemal. Wenn der Ofen danach nicht dermassen versaut wäre, würde ich das Rezept sofort in die Repertoire-Shortlist aufnehmen.

2 Kommentare

  1. phemios sagt:

    Wenn ich das richtig sehe, benötigt man eine lichte Ofenhöhe von rund 25 Zentimetern – das sollte doch eigentlich auch zu Hause zu schaffen sein? (Ich frage natürlich, weil ich seit zehn Tagen an einem Ofen moderner Bauart herumdrücken und -drehen darf.) Das mit der Versauung lässt mich allerdings von einem konkreten Angebot absehen. Und: Welche Empfehlung hast du für Nicht-Biertrinker? Wird der Geier sehr bierig? Dann versuch ichs lieber mit einer Prosecco-Dose vom Denner!

    • Michael sagt:

      Ich versuchs jetzt dann mal bei meinem Ofen (lichte Höhe: mager) mit Coquelettes, habe ich heute beim Grossverteiler in der Vitrine gesehen. Nun brauche ich nur noch Mini-Bierdosen, die in deren Hintern passen.
      Für Nicht-Biertrinker: Nimm ein eher helles Bier, z.B. ein Hefeweizen. Das gibt nicht so wahnsinnig Aroma ab. Wobei du wahrscheinlich auch mit dem feinen Malzaroma, das ein Guinness dem Huhn verpasst, problemlos leben könntest. Und was du aus der Bierdose ausleeren musst (weil du ja dann wohl ein anderes Aperitiv zu Gemüte führst): Benetze damit doch gleich die Backform, in die du den Gockel zu stellen gedenkst. Dann spritzt das heruntertropfende Fett vielleicht nicht so jämmerlich.

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