Deutsch für du II

Manchmal frage ich mich wirklich, welche Kräuter auf der NLZ-Newsredaktion durch das Lüftungssystem geblasen werden:


zisch.ch, 20-02-2010, 18:10 Uhr

Das Schwein und der Metzger

Als Ergänzung zum da beschriebenen urtümlichen «Schlachtfest» hier ein Kunstwerk von einem Film. Eine absolut alltägliche aber für die meisten von uns dennoch sehr fremde Handlung. Die musikalische Untermalung durch die «Kings of Convenience» trägt das ihre zum stimmigen Resultat bei.
Schön, wenn mit unseren Nutztieren so respektvoll umgegangen wird – hier der Kommentar des Filmers dazu:

A good friend of mine […] is a butcher who has a very intense passion for what he does. At the end of this process, of a 211 pound pig only 1 pound of meat was thrown away. It went on to feed quite a lot of people.

(Der übliche Disclaimer für die Zartbesaiteten: Bitte nicht klicken; geht nach draussen den Broccolis beim Wachsen zusehen!)

Lage(r)bericht IX

Jaaa, die grossen Töpfe und die Abenteuerstimmung in der Lagerküche habe ich genutzt, um mir endlich einmal diese Demi Glace selber herzustellen. Meine Küchenmannschaft musste einen ganzen Tag lang mein verzücktes Gesicht erleiden, wenn ich wieder in den Topf guckte, wo der Fond vor sich hin simmerte. Aber beginnen wir von vorne:

Und da war möglicherweise bereits mein erster Fehler: Ich habe die Kalbsknochen relativ hell geröstet und deshalb im Endprodukt nur wenige Röstaromen.

Die Suppe wurde jedenfalls während des Tages schön langsam eingekocht, entfettet und mit grosszügig reduziertem Rotwein ergänzt.

Abgefüllt in Eiswürfelbeutel haben die reduzierten Reste der einstmal fast 10 Liter Flüssigkeit den Weg ins heimische Tiefkühlfach gefunden. Skeptisch bin ich nun allerdings, weil ich den Duft der Demi Glace keineswegs so betörend fand wie der Rezeptautor bei seinem Versuch. Wahrscheinlich muss ich mir einfach ein gutes Stück Fleisch besorgen und die Qualität des Endproduktes in aller Ruhe am toten Objekt testen.

Lage(r)bericht VIII

Die mitlesenden BiologInnen sind wieder einmal gefragt. Beim Zerteilen der gekochten Suppenhühner bin ich in deren ansonsten leeren Bauchhöhle nämlich auf ein interessantes Gebilde gestossen:

Was haben die Metzger da vergessen auszuräumen?

usability fail

Nebel produzieren tut das Gerät ja ganz ordentlich, das erst noch stromsparend per Ultraschall. Und schafft es immerhin innert eines Tages, die 20 % relative Feuchte in meiner Wohnung auf für meine Verhältnisse schon fast tropische 35 % zu treiben.

Aber was sich der Hersteller wohl gedacht hat, als er ein schmales vertikales Fensterchen eingebaut hat, um den Wasserstand im Tank ablesen zu können? Kann man nämlich nicht. Nur wenn ich mit meiner stärksten Lampe hineinleuchte, sehe ich knapp durch den undurchsichtigen Kunststoffkanister hinter dem schmalen Scheibchen den Wasserspiegel.

In der IT-Welt ist das Stichwort «usability» inzwischen Gott sei Dank recht weit verbreitet. Könnte das bitte auch jemand der Gilde der Industriedesigner nahelegen?

Lage(r)bericht VII

Ein richtig gutes Risotto Milanese zum Wochenabschluss verlangt nach einem richtig guten Fond. Der Metzger meines Vertrauens hat mir zwei Suppenhühner geliefert. Eingetaucht in 10 l leicht gesalzenes Wasser und umgeben von je einem halben Dutzend Zwiebeln und Rüebli, einem Wirz und einem Lauchstengel – alles in handliche Brocken geschnitten – durften sie ein zwölfstündiges Bad geniessen. Die ersten paar Stunden sogar sehr heiss.

Dann ist Fischen angesagt: Die Hühner werden ausgenommen und das Fleisch fein geschnitten wieder in den Fond gelegt. Das wird den Risotto wunderbar bereichern. Das Gemüse wird beiseitegestellt und zu einer Suppe weiterverarbeitet.

Ob der Fond bis am Abend überleben wird, ist eine ganz andere Frage. Ich könnte literweise davon trinken!

Lage(r)bericht VI

Auf dass nicht damit ein falscher Eindruck ensteht und allfällige Touristen von dieser Traumdestination abgeschreckt werden, sei hier dringend ein Bild mit Postkartenwetter nachgeliefert. So sah es aus, wenn man vom Arbeitsplatz aufblickte.

Lage(r)bericht V

Gestern beim Abendessen auswärts in die Schauküche eines feinen Restaurants blicken dürfen. Toll! Könnte ich mir etwas davon in unserer Lagerküche wünschen, wäre es der grosse Steamer. Wenn wir für die Truppe 10 kg Broccoli kochen wollen, ist unser Improvisationstalent gefragt:

Nach 40 Minuten Dampf durch die Löcher des Siebs kann der Broccoli immerhin durchaus mit gesteamerter Ware mithalten.

Ach ja, ein weit wichtigerer Wunsch für die Küche hier wäre MEHR PLATZ!

Lage(r)bericht IV

Was macht die Lagerküche, wenn sie nicht ganz ausgelastet ist und der Küchenchef seine Kalbsfond-Experimente (mehr demnächst auf diesen Seiten) hinter sich gelassen hat? Natürlich: basteln und experimentieren. Und zum Beispiel schön anzusehende Desserts produzieren:

Des Chefs Hand wäre für solche Arbeiten des hohen Koffeinspiegels wegen wohl zu zittrig gewesen. Ein Glück gibts hier Angestellte, die nicht aus der Ruhe zu bringen sind.

Und zum Glück findet die Sportwoche im Winter statt: Wir bräuchten riesige begehbare Kühlräume, um das Aussenlager auf vernünftiger Temperatur zu halten.

Lage(r)bericht III

Wie schon die alten Griechen sagten: «Hepta Poleis syneritsusin peri ritsan Homerou». Hier sind es Handcremen, die um Koches Hand buhlen.

Nur dumm, dass gemäss den unsterblichen Gesetzen des Herrn Murphy garantiert immer eine Minute nach dem Eincremen wieder etwas abzuwaschen ist. Sonst hätten wir unseren ausführlichen Testbericht bestimmt schon längst abgeschlossen und hier veröffentlichen können. Zufällig mitlesende Erfinder der optimalen Handcreme für die strapazierte Kochhand dürfen ihr Probe-Exemplar gerne einschicken.

UPDATE nach einer Woche Händereibens: Mein Favorit ist ganz klar die rote «handrepair». Davon ging fast die ganze Tube drauf, und meine Greifer blieben absolut rissfrei.