Kommentar der Quotenvegetarierin im Team: «Mjam mjam!» – Erläuterung des chef de partie garde-manger: «Ofenküchlein aus Brandteig gefüllt mit Kräutermousse»
Und zur Beruhigung für die mitlesenden Karnivoren: Das war nur das Amuse Bouche. Später standen noch Salat, Teigwarengratin (dieser hier in leicht abgewandelter Form) und Brownies auf der Speisekarte.
Bei dieser Aussicht auf der Piste draussen macht es gleich doppelt viel Spass, für 75 hungrige und verfrorene Mäuler den halben Tag in der Küche zu stehen. Sonne hats hier drin etwa gleich viel.
Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Die aus U-Bahn-Lüftungsschächten aufsteigende Abluft für ein temporäres Kunstwerk nutzen. Der New Yorker Street Artist Joshua Allen Harris macht das auf eine ganz faszinierende Art:
Erinnert mich irgendwie entfernt an die eigenwilligen Strandbiester von Theo Jansen. Ebenfalls aus einfachsten Materialien hergestellt, werden sie mittels einer interessanten Mechanik alleine vom Wind bewegt.
Vegis und zartbesaitete Gemüter schauen jetzt bitte weg oder alternativ irgendeinem Gemüse beim Wachsen zu.Wer sich hingegen wie ich gerne dem Fleischgenuss hingibt, sollte sich darüber im Klaren sein, wie aus dem – jöööööh – herzig herumgrunzenden Schweinchen ein Steak oder eine Bratwurst entsteht.
Eine Gruppe von Enthusiasten in Deutschland hat das 1:1 miterleben wollen und das Porkcamp ins Leben gerufen. In der Ausschreibung klingt das so:
Porkcamp wird eine Veranstaltung sein, bei der über ein Wochenende hinweg Schweine geschlachtet und verarbeitet werden.
Wir werden wursten und braten, Metzgerfrühstücke zu uns nehmen und zu unseligen Zeiten unfiltriertes Landbier trinken. Wir werden uns über Tierhaltung unterhalten, über alte Rezepte und neue Ideen. Und wir werden Schweine von Kopf bis Fuss verarbeiten und essen. Es wird das allerbeste Wochenende aller Zeiten.
Wenn so ein totes Schwein von Borsten befreit und ausgenommen wird, sieht das folgendermassen aus:
(Wie gesagt, Zartbesaitete und Magenlabile sollen bitte nicht hinsehen. Und wer wegen dieses Videos zum Vegi wird, hat es ohnehin nicht besser verdient!)
So würde- und sinnvoll, wie am Porkcamp mit unseren Fleischlieferanten umgegangen wird (und mit sinnvoll meine ich auch, dass hier eben das ganze Tier und nicht nur das Filet verarbeitet wird), so gehts natürlich leider längst nicht in jedem Schlachthaus zu und her. Als Konsument kann ich das aber sehr gut steuern und kann Fleisch geniessen, dessen «Herstellung» ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Oder wie das in der Text- und Bildersammlung hier sehr schön gesagt wird:
Ich habe gesehen, wie ein Schwein getötet wird, damit wir sein Fleisch essen können. Das bleibt hängen. Was aber auch hängen bleibt: Dass das kein barbarischer Akt sein muss, wenn nicht industriell geschlachtet wird, wenn Tiere als Nutztiere, aber nicht als Rohmaterial behandelt werden. Dass die Perversion nicht im Fleischfressertum liegt, sondern in der Herauslösung aus dessen eigentlichem Kontext. Dass der Satz: «Bei uns ist das oberste Gebot der Respekt vor dem Tier» aus dem Munde eines Schlachters nicht zynisch sein muss, sondern die Voraussetzung dafür ist, dass ich guten Gewissens Fleisch essen kann: Als Fleischfresser, nicht als Tierquäler.
Habe ich schon erwähnt, dass ich Stop-Motion-Fan bin? Irgendwann, wenn ich gross bin und Zeit habe, will ich auch mal einen solchen produzieren. Der hier zeugt wie so viele vom grossen Auwand, der hinter ein paar Dutzend Sekunden Film steckt:
Ein Bild des hier eingesauten Bikes bin ich ja noch schuldig. Und ich habe wirklich nur eines im blitzblank sauberen SPATZ anzubieten. Zufällig mitlesenden Zentralbahnmitarbeitenden kann ich versichern, dass ich ganz sorgfältig war und dem Reinigungspersonal keinen Zusatzaufwand beschert habe. Sobald die Steinschläge am Lopper endlich aufhören, fährt mein Dreckspatz dann wieder ohne fremde Hilfe ins Nid- und Obwaldnerland.
Ja, ich weiss, saubere Bikes sind etwas für Anfänger und Schönwetterfahrerinnen. Aber weil ich den Jungs beim Kauf versprochen habe, dass ich zwecks Maximierung des Werbe-Effekts Marke und Händler immer schön sichtbar durch die Gegend fahre, musste ich daheim doch kurz zu Schwamm und Wasser greifen.
Und ja, die Bildqualität ist schlecht. Beim Velofahren bleibt die Spiegelreflex halt zu Hause.
Der Kühlschrank bietet ein roten Kohlkopf und frisches geschnetzeltes Schweinefleisch, beides aus dem tiefsten Entlebuch, Zeit also, zu improvisieren und zu schmoren. KennerInnen bemerken sicher sofort die Inspirationsquelle und die subtilen Unterschiede.
Zwei grosse Zwiebeln werden grob gehackt und im Schmortopf angedünstet. Der in Streifen geschnittene Blaukabis darf sich dazugesellen, etwas Tomatenmark, Salz und Gewürze ebenfalls. Nach kurzem Wenden und Mischen wird das Gemüse mit dunklem Bier und Rahm (je ca. 1 dl) aufgegossen und vom Herd genommen.
Das Fleisch wird mit Streuwürze, Pfeffer, Paprika und was das Herz sonst noch so begehrt eingerieben und landet roh im Topf, der alsdann zugedeckt und 75 Minuten dem heissen Ofen anvertraut wird.
Für das Auftunken der reichhaltigen Sauce, die beim Schmoren entsteht, eignet sich fast jede denkbare Beilage. Eine grobe Polenta hat sich hier als sehr passend erwiesen.
Es wurde an dieser Stelle bereits erwähnt, mir gefallen die Produkte mit dem angeknabberten Apfel drauf. Ein so schön stapelbares Mini-Rechenzentrum auf meinem Schreibtisch erst recht. Die Maschinen machen hier leider nur einen technischen Zwischenhalt auf dem Weg an ihren Einsatzort.