Gegenvorschlag

Wir hattens hier ja ab und an schon von dieser leidigen Initiative mit ihrem unbrauchbaren Gegenvorschlag. Hier eine wunderbare Alternative, formuliert von Franz Hohler. Und ja, nennt mich Träumer und Utopisten – ich erachte diese Titel als Kompliment.

Gegenvorschlag

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 121 Abs. 3-5 (neu)

I

3  Im Wissen darum, dass ohne sie

a weder Häuser, Strassen noch Tunnels gebaut würden,
b weder Spitäler, Alters- und Pflegeheime, Hotels und
Restaurants betrieben würden,
c weder Abfall, Reinigung, Verkehr und Informatik bewältigt
würden,

bedankt sich die Eidgenossenschaft bei allen Ausländerinnen und
Ausländern, die hier arbeiten. Sie gibt ihrer Freude darüber Ausdruck,
dass sie mit ihrer Tätigkeit das Leben in unserm Lande ermöglichen und
heisst sie als Teilnehmer dieses Lebens willkommen.

4  Sie hofft, dass es ihnen gelingt, sich mit den hiesigen Gebräuchen
vertraut zu machen, ohne dass sie ihre Herkunft verleugnen müssen.

5  Sollten sie straffällig werden, unterliegen sie denselben gesetzlichen
Bestimmungen wie die Schweizer Bürgerinnen und Bürger.

II

Übergangsbestimmungen:

Dieser Gegenvorschlag bedarf nicht der Volksabstimmung. Er tritt für
jedermann vom Moment an in Kraft, da er dessen Richtigkeit erkannt
hat.

Chorsänger aufgepasst

Dem Herrn Jenkins bin ich ja vor drei Jahren am Luzerner Theater zum ersten Mal begegnet. Eine kraftvolle, energiegeladene Tanzaufführung zu den Klängen von Introitus und Dies irae aus seinem Requiem veranlasste mich noch am selben Abend zum Kauf aller möglichen Jenkins-Alben und zum Gelöbnis, mich sofort als Sänger anzumelden, sollte dereinst ein Werk dieses spannenden Komponisten in der Nähe ausgeführt werden.

Dieses Wochenende konnte ich das Gelübde bereits als erledigt abhaken – ich durfte in Rothenburg einem tollen Chor aushelfen, das 2008 komponierte «stabat mater» aufzuführen. (miserables Video, entschuldigt bitte.)

Mitlesenden ambitionierten ChorsängerInnen sei diese Erfahrung wärmstens empfohlen. Eine spannende, energiereiche Musik mit Hühnerhautgarantie!

Demokratie

Meine Worte. Die ersten beiden Teile der Kampagne gibts ebenfalls auf Youtube zu finden. Jetzt also bitte sich auf die Socken machen, Abstimmungscouvert suchen und die verfassungswidrigen Vorlagen wuchtig verwerfen. Für Stimmabstinenz gibts keine Ausrede, meine Damen und Herren!

Schmarotzer

Höhö, das ist vielleicht eine tolle Notpumpe fürs Velo:

Bei den Jungs da drüben gefunden. Die ganze Sache hakt dann aber leider – von eventuellen moralischen Bedenken mal grosszügig abgesehen – an den Gesetzen der Physik: Ein Autoreifen ist selten mit mehr als 3 bar gefüllt. Das reicht beim Velo wirklich nur für den äussersten Notfall.

gehts noch?

Das Wort zum Sonntag hat heute die Schweizer Bundesverfassung, und zwar der halbe achte Artikel:

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.

Und jetzt lesen wir, was die komische Initiative will, über die wir demnächst mal abstimmen dürfen:

Die Ausländerinnen und Ausländer verlieren unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts, wegen einer Vergewaltigung oder eines anderen schweren Sexualdelikts, wegen eines anderen Gewaltdelikts wie Raub, wegen Menschenhandels, Drogenhandels oder eines Einbruchsdelikts rechtskräftig verurteilt worden sind.

Ich bin ja kein Jurist, aber wieso solcher Schund nicht augenblicklich wegen offensichtlicher Verfassungswidrigkeit ungültig erklärt worden ist, nähme mich ja schon wunder.

neue Wohnformen

Interessant, was die Jungs da zu berichten wissen. Wobei ich das halbe Jahr, bis man ein Baumhaus denn endlich bewohnen kann, eine extrem lange Zeit finde.

Bääh!

Heute auf einem Sonntagsausflug ins Entlebuch spontan 1 kg Fonduemischung von der Spezialitätenkäserei Grimm in Escholzmatt gewonnen. Fragt nicht, so etwas kann schon mal vorkommen.
Um die Möglichkeit des Fondue-Abends nicht ganz zu verbauen, habe ich mich auf dem Heimweg am Bahnhof Wolhusen mit einem Brot versorgt. Käsesuppe auslöffeln ist ja nicht die feine Art.

Und erst daheim gesehen, welch schwachsinniges Gebäck ich in der Eile eingekauft habe:

Wenn ich backe, brauche ich Mehl, Salz, Wasser, Milch, Hefe und Butter. Fertig. Definitiv kein Calciumpropionat. Und kein Guarkernmehl. Dafür schmeckt meines dann auch nicht wie saure Sägespäne. Ob das die Viecher im Vierwaldstättersee wohl essen? Oder grenzt das an Tierquälerei, wenn ich damit einen Schwan füttern gehe?

Kindheitserinnerung

Ich halte mich ja eigentlich für einen aufmerksamen und mündigen Konsumenten. In meinen Stammläden weiss ich übers Sortiment einigermassen Bescheid. Und war heute in der Molkereiabteilung beim Grossverteiler für mich und dich hocherfreut über den altbekannten Neuzugang: Yogi Drink! Wie früher! Mit dem unbedruckten Kreislein, wo man den Strohhalm einstechen soll! Sensationell, ein Hochgenuss, Erinnerung an längst vergangene Zeiten!

Soll mir nun einer sagen, dass das Getränk die ganze Zeit immer in den Regalen stand: Ich täte mich laut für zwanzig Yogi-Drink-lose Jahre verfluchen.

moderne Technik

Wunderschön gemacht, im Stile eines jener depperten Unboxing-Videos, wie sie haufenweise im Netz zu finden sind. Hier aber künstlerisch wertvoll. Und französisch – mein Blog will ja schliesslich seinem Bildungsauftrag nachkommen:

Klassiker

Wer sich etwas länger mit Informatik beschäftigt, kennt das Phänomen: Falsch konfigurierte Mailinglisten. Schnell ist es passiert, dass die reply-to-Adresse, also jene, an die geschickt wird, wenn jemand auf eine Listenmail antwortet, nicht bewusst spezifiziert wird. Schnell ist es dann passiert, dass jede gedankenlose Antwort gleich wieder an die gesamte Liste geht. So geschehen letzte Woche auf meiner Geschäftsadresse. Es beginnt harmlos, drei Tage nach einer Information, die über die Liste verschickt wurde. Nummer 1:

Guten Tag
Ich wollte mich soeben als Koordinator […] registrieren lassen. Doch leider geht das nicht ‚ungültiger Schulname‘. Können Sie mir da weiter helfen?

Anstatt dass jemand hilft, beginnt nun der lustige Tanz. Kaum eine Dreiviertelstunde später Nummer 2:

Heute habe ich untenstehendes Mail erhalten. Es handelt sich offenbar um eine Supportanfrage. Ich bin aber nicht vom Support-Team, sondern jemand, der sich auch für den Wettbewerb interessiert. Weshalb ich dieses Mail erhalten habe, entzieht sich meiner Kenntnis.

15 Minuten später Nummer 3:

Ich bin da der falsche Adressat.
Ich weiss nicht, wieso das bei mir gelandet ist.

Derselbe meldet sich zwei Minuten darauf noch einmal (wohl erstaunt darüber, was in seiner Inbox landet):

diese Email ebenso an mich falsch adressiert

Eine Minute später der nächste Protagonist, Nummer 4:

Lieber Support
Offensichtlich bin ich nicht der einzige, der eure Mails aus unerfindlichen
Gründen auch erhält. Bitte sofort abstellen.

Die Ereignisse überschlagen sich. Nach einer Minute meldet sich wieder Nummer 3, diesmal mit Schreikrampf:

jemand sollte TELEFONIEREN,
das scheint automatisch generiert

Zehn Minuten später Nummer 5:

Ich habe schon diverse dieser Mails erhalten. Bitte unbedingt sofort abstellen – es ist äusserst mühsam

Mühsam? Vielleicht. Für uns Zuschauer sehr amüsant. Bringt Popcorn! Denn kurze Zeit später kommt Nummer 6:

Ich bin auch nicht der SUpport!! :-) (sic)

Und dann hört es leider auf. Ist ja schliesslich auch Wochenende. Die beteiligten Informatiker (jaa, Himmel, die Mailingliste richtet sich ausschliesslich an Personen, die beruflich mit Informatik zu tun haben!) haben ihre Erholung nötig.