So würde das heute vor sich gehen:
Chnübliarbeit
Video des Tages. Oder der Woche. Wahnsinnig, womit andere Leute ihre Tage verbringen:
Interessantes Making-Of im Anschluss an den Film.
im Strudel
Endlich Wochenende, endlich wieder Zeit, in die Küche zu stehen. Der Kühlschrankinhalt verlangte nach Improvisationstalent, also entstand ein Hackfleisch-Rosenkohl-Strudel. Mal gucken, ob ich die Zutaten noch aus dem Kopf wiedergeben kann – diesmal gilt auf jeden Fall der Disclaimer, beim Nachkochen wo vorhanden den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.
300 g Hackfleisch
1 Zwiebel
300 g Rosenkohl
2 Peperoni
2 Eier
80 g grob geriebener rezenter Käse (bei mir wars ein Fribourger Vacherin)
eine Portion Kuchenteig
Hackfleisch scharf anbraten, gehackte Zwiebel und halbierte Rosenkohle (Rosenköhler? Rosenkohl? Deutschlehrer bitte eingreifen!) darunterrühren, ein paar Minuten mitdämpfen. Mit einem Schluck Rotwein für noch mehr Dampf sorgen, grob geschnittene Peperoni obendrauflegen und zugedeckt köcheln lassen, bis der Rosenkohl knapp weich ist. Abschmecken und leicht auskühlen lassen.
Ein Eigelb fürs Bemalen auf die Seite legen, die restlichen anderthalb Eier verrühren und mit der Füllung vermischen.
Auf die Hälfte des ausgewallten Teigs kommt die Fleisch-Gemüse-Masse (bei mir wars zu viel, ich musste einen Teil davon beiseitestellen. Eben: Gesunder Menschenverstand.) und wird mit dem geriebenen Käse bestreut. Dann wird zugeklappt, gut versiegelt, mit Ei bemalt und im Ofen gebräunt, bis der Strudel zum Essen einlädt. Ich habe etwa eine halbe Stunde auf die Köstlichkeit gewartet.
Was will man nur sagen? Ein tolles Sonntagsmenu. Einfach und sehr schmackhaft. Ein kräftiger zehnjähriger spanischer Roter dazu, und schon ist man wieder wunschlos glücklich.
Kundenservice
Ich gebe es ja zu, die meisten Liberalisierungen finde ich so überflüssig wie die SVP. Weshalb soll ich den Anbieter meines Stroms auswählen können? Wieso sollen verschiedene Unternehmen das Bahnnetz befahren müssen? In den meisten Fällen ist «Liberalisierung» ohnehin nur ein Euphemismus für «Leistungsabbau».
Nun müssen natürlich auch die Postdienste liberalisiert werden. Paketanbieter gibt es bereits einige auf dem Markt. Und, liebe Manager der Schweizer Post, keine Angst: Ein Alleinstellungsmerkmal kann euch so schnell niemand wegnehmen: Die Möglichkeit, ein Paket nach erfolglosem Zustellversuch an der nächsten Poststelle abholen zu können.
Gerade eben erlebe ich es wieder: Expresspaket, am 7. Dezember 18 Uhr Schweizer Zeit in Las Vegas, Nevada, auf die Reise geschickt. Bereits gestern (!) 11 Uhr hat es der Kurier erfolglos auszuliefern versucht. Er braucht nämlich eine Unterschrift von mir – und um 11 bin ich normalerweise bei der Arbeit.
Und jetzt beginnts: Der «InfoNotice»-Zettel lässt mich zwar eine neue Zustellung und diverse Optionen auswählen, sogar per Web oder Telefon. Aber, Rückseite lesen: «Änderungen der Zustellung müssen vor 18.30 Uhr gemacht werden, damit diese am nächsten Tag Gültigkeit haben.» Hallo werktätige Bevölkerung? Wer ist denn schon so früh von der Arbeit zurück? Die geplante Zweitzustellung heute Freitag kann ich also nicht mehr stoppen. Der Kurier wird wieder unverrichteter Dinge abziehen müssen. Und die Reise meiner Sendung vom Lager Arlesheim nach Luzern doppelt so lange dauern wie von Nevada in die Schweiz.
wie Ferien
Beim vielen Auswärtsessen in den letzten Wochen bin ich auf den idealen Geheimtip für den Heimwehvietnamesen gestossen. Und sei es nur, um in Ferienerinnerungen zu schwelgen.
Beim Eintreten fühlt man sich augenblicklich in eine kleine vietnamesische Garküche in Saigon versetzt. Interieur, Düfte, Menschen. Ein rechtes Stück sauberer als dort – hier gilt schliesslich das klinisch hygienische Schweizer Lebensmittelgesetz. Auch die ungekünstelte Freundlichkeit des Personals: so habe ich fernen Osten viele Menschen kennengelernt. Und das Essen: Ganz toll. Scharf. Rustikal. Authentisch.
Man munkelt, dass das Personal des nahen spitzenklassigen Thai-Restaurants des Mittags hier zu speisen pflegt. Kein Wunder!
Bio-Futter
Seit langem wieder einmal Zeit fürs Kochen gefunden. Nach einem langen Tag auf den Skis im Schnee war etwas Heisses und Deftiges angesagt. Auftritt Hackfleisch-Gemüse-Kuchen: Schnell gekocht, mit Heisshunger ebenso schnell gegessen.
Kuchenteig für ein 28-cm-Blech (bei mir vom Bio-Bauern hausgemacht)
300 g Hackfleisch
1 grosser Lauchstengel (aber wirklich riesengross)
2 Peperoni
2 Becher à 180 g Crème Fraîche mit Kräutern
1 Ei
Mit Ausnahme des Sauerrahms habe ich alle Zutaten von meinem Lieblingsbauern am Markt bekommen. So schmeckts noch viel besser.
Hackfleisch scharf anbraten, Lauch und Peperoni dazugeben, einige Minuten dünsten. Zum Abschmecken gabs heute neben Salz (in Form von Hühnerbouillon) ordentlich extra scharfes Pesto Rosso vom Markt. Gibt dem Gericht Pfiff und hilft noch mehr beim Aufwärmen.
Nun wird das Zeug auf den Teig gelegt, den man zuvor artgerecht im Blech plaziert hat. Obendrauf kommt der Sauerrahm, vermischt mit dem zerquirlten Ei und etwas Pfeffer. Nach einer halben Stunde im Ofen ist der Hunger schliesslich so gross, dass ein 28er-Blech für zwei Personen fast zu wenig ist. Ein sehr feiner Maienfelder Blauburgunder vollendete das feine Mal.
Video des Tages
Wer hats nicht selber schon getan: Das Gesicht auf den Fotokopierer gelegt und sich an der flachgedrückten Nase auf der Reproduktion gefreut. Und den nächsten Nutzer mit den Fettflecken auf dem Glas geärgert. Mit einem grossen Zeitvorrat lässt sich das natürlich ausbauen zu einem grandiosen Stop-Motion-Film:
Privater Kopierer vorausgesetzt – in der Firma würde wohl bald jemand reklamieren kommen…
Link des Tages
Für die typografisch Interessierten in der Leserschaft. Eine möglichst objektive Klassierung durch Profis mit reichlich Hintergrundinfos zu den einzelnen Schriftarten. Schön aufgemacht!
scharf mit Stil
Es weihnachtet langsam. Und obwohl die Grossverteiler seit Ende Oktober bereits Christbaumschmuck verscherbeln, hat mich die Feiertagsstimmung noch nicht gepackt. Oder vielleicht gerade deswegen. Höchste Zeit also, sich über Geschenke Gedanken zu machen. Also über jene, die ich mir selber schenken will – so ein Fest ist immer eine sehr praktische Ausrede für längst fällige unnötige Anschaffungen. Da braucht man sich viel weniger zu rechtfertigen.

Ein gutes Messer für die Küche wär doch mal was. Ein Santoku zum Beispiel. So richtig gross und scharf. Die Verletzungsgefahr sinkt ja bekanntlich mit zunehmender Schärfe und Grösse. Weil man weniger säbeln muss und das Messer besser führen kann.
Wie es das Internet so mit sich bringt, findet man natürlich sofort wunderbare und edle Waffen. Zum Beispiel von der traditionsreichen Messerschmiede Güde in Solingen. Deren Produktreihe aus Damaszenerstahl (wunderschönes pdf, unbedingt anschauen!) lässt einen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Aber bei den Preisen – EUR 1325, beim Schweizer Importeur ergibt das CHF 2500 – müsste ich doch zunächst mit meinem Chef über einen allfälligen Jahresendbonus diskutieren gehen. Und bei meinen Lieben rechtfertigen, Weihnachten hin oder her…
2nd-Level-Quiz
Wenn bei uns im Betrieb jemand ein neues AD-Passwort braucht – weil er es z.B. vergessen hat oder es abgelaufen ist –, kann das nicht ich als First-Level-Supporter erledigen, ich darf es lediglich an die nächste Stufe eskalieren. Lohn für die Mühsal ist dann dafür die galoppierende Fantasie der 2nd-Level-Jungs. Was da an Passwörtern zurückkommt, ist oft reichlich unterhaltsam. Aktuelles Beispiel «Pea*tea42». (Jawohl, das AD schreibt gewisse Komplexitätsrichtlinien vor.)
Hundert Punkte für alle, die erraten, woran der Passwort-Schöpfer gedacht hat. Bzw. was auf seinem Pult gestanden hat :-)





