Nein, das ist kein Bild vom Tag der offenen Tür beim grossen Computerriesen. Das ist mein Arbeitsplatz die nächsten zwei Wochen: Im Geschäft werden die Computer gewechselt. Eine imposante Menge an Digitalien, geliefert auf 13 Paletten, wartet darauf, in Betrieb genommen zu werden.
en guete
Heute ist Welt-Vegetarier-Tag. Geniesst euer Tofu und euer Seitan und versucht, an dem Zeug nicht zu ersticken!
Ja natürlich, ich begehe diesen speziellen Tag ganz bestimmt mit einem speziell guten Stück Fleisch. Ich hätte da im Moment gerade den feinen Pata Negra-Schinken von meinem Italo-Hispano-Händler im Sinn. Zu einem Glas feinen Rotweins – fertig ist das pure Glück.
Edit spätabends: Nichts war mit Schwarzfussschinken, wir haben den Tag mit dem wunderbaren und legendären Dreikönigsburger gefeiert. Die charmante Bedienung konnte den Küchenchef noch knapp dazu überreden; wir waren so spät unterwegs, dass eigentlich nur noch die «kleine Karte» (wohl mit labbrigen Sandwiches und so Sachen) auf dem Programm gestanden hätte.
druckreif
Etwas für die Freunde von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz:
Ich habe ja ein ganz grundsätzliches Flair für Produktionsmaschinen. Am liebsten live bei der Firmenbesichtigung direkt in der lärmigen Halle. Druckmaschinen, zum Beispiel die guten alten Heidelberg-Ungetüme, mag ich besonders. Um so schöner, sieht man hier mal etwas aus der «Druckvorstufe».
sprachlos
Man wird zurzeit ja mit guten Ratschlägen eingedeckt. Da höre ich zum Beispiel gerade, dass ein gutes Mittel gegen Heiserkeit eisgekühlter Tee sein soll, in kleinen Schlucken getrunken. Machen wir doch gerne:
Der heisse Kräuteraufguss steht mir ohnehin schon bis an die Speiseröhre, schon viel zu viel davon gehabt heute. Wie pflegte doch mein Lieblingsfranzösischlehrer zu sagen: «Wenn ich Tee trinke, weiss ich, dass ich krank bin.» Geht mir inzwischen genauso.
(Ach ja: Hundert Trend-Punkte für alle, die die Teesorte identifizieren können.)
lustiges Regieren
Was haben wir gelacht! Zunächst eine Antwort von der Frau Bundespräsidentin auf eine doofe SVP-Hinterbänkler-Anfrage. Schon etwas länger her, nämlich aus der Frühjahrs-Session des Nationalrates:
Erfrischend. Und mit sehr treffendem Schlusssatz. Wenn ich im detailreichen Wortprotokoll solcher Sessionstage stöbere, komme ich beinahe nicht mehr aus dem An-den-Kopf-langen heraus, womit sich unsere VolksvertreterInnen beschäftigen müssen. Darum sehen die dort wohl manchmal so gelangweilt aus.
Den Vogel abgeschossen aber hat vergangenen Montag einer der abtretenden Bundesräte («Auf diese Antwort habe ich mich schon den ganzen Sonntag gefreut.»). Ein anderer Hinterbänkler hat zum wiederholten Male bezüglich gepfefferten Fleisches beim Bundesrat interveniert:
Fantastisch. Unerwartet. Ich kannte den Herrn bislang als spröden Politiker. Ein bisschen Humor tut dem Bundeshaus auf jeden Fall gut. Wunderbar auch, wie die Nationalratspräsidentin (auf dem Video leider nicht mehr zu hören, im Wortprotokoll allerdings erheiternd zu lesen) danach weiter kalauert.
BTW: Wieso kommen die doofsten Anfragen eigentlich immer von Vertretern der gleichen Partei?
Bedienungsanleitung
Was für tolle Designer sind das denn: Endlich ein Konzept für eine intuitiv nutzbare Bedienungsanleitung für den visuellen und haptischen Lerntyp. Ehrlich: Wenn ein Hersteller jemals ein Smartphone mit dieser Verpackung auf den Markt wirft (und den Text darin nicht von halbtrainierten Schimpansen übersetzen lässt), werde ich mich sofort in die Schlange stellen und den Geldbeutel zücken. Haben will!
Obschon ich mir natürlich eine Bemerkung nicht verkneifen kann: Typisch, dass in der Designstudie ein Samsung-Knochen verwendet wird. Mein Gerät mit dem angeknabberten Obst hintendrauf bedient sich dermassen selbsterklärend, dass ich mir den Nutzen einer solchen Anleitung schlicht nicht vorstellen kann.
heiss
Das ideale Gericht, wenn man unterkühlt nach Hause kommt: ein scharfes Kokoscurry mit Seelachs.
Viel Schärfe für eine Person: Zwei Peperoncini mit Haut und Haaren fein schneiden und im Olivenöl rassig anbraten. Der scharfe Dampf aus der Pfanne lässt jetzt die Augen bereits ordentlich erröten. Zwei Knoblauchzehen (ich darf das, hab morgen keinen Kundenkontakt!) und einen Bundzwiebelbund zerkleinern und zusammen mit einem guten Schuss Madras-Curry mitrösten. 2 dl Kokosmilch und 2 dl Wasser entlasten das tränenblinde Sehorgan. Aufkochen und dann darin den Fisch bei reduzierter Hitze garen.
Damit auch die freien Radikale nichts zu lachen haben, kommt noch ordentlich separat gedämpfter Broccoli zum langsam zerfallenden Fisch.
Wer danach noch friert, dem ist definitiv nicht mehr zu helfen.
schon wieder gesund
Wenn es einmal ganz schnell gehen muss, ist diese Spinatwähe etwas ganz Wunderbares:
Kuchenteig für ein 28-cm-Blech
500 g TK-Spinat, gehackt
1 Ei
1-2 Peperoncini
nach Belieben Poulet- oder Trutenbrust
Spinat in der Pfanne heiss machen, mit Gewürzen und den gestreiften Peperoncini pikant abschmecken. Das verquirlte Ei darunterziehen, auf den eingestochenen Teig giessen und backen. Karnivoren legen zuvor das Huhn geschnetzelt roh auf den Teig, siehe Bild.
Und was besonders gut dazu passt: Ein non filtré von Christian Rossel aus dem Westen. Eine wunderbare Entdeckung!
doof
Ich zähle ja nicht wahnsinnig viele Allergiker zu meinem Bekanntenkreis. Glaube aber dennoch ganz unmathematisch, dass sie eine genügend grosse Gruppe bilden, um eine statistisch relevante Aussage bezüglich des durchschnittlichen Geisteszustands von Allergikern tätigen zu können. Liegt ganz im Rahmen, wie nicht anders zu erwarten.
Viele Lebensmittelproduzenten scheinen dies nicht zu glauben. Wie sonst erklärt sich der Text, den ich auf einem Butt lesen konnte?
Bei Milch (Jawohl, dort steht zumindest beim Grossverteiler für dich und mich gross und deutlich die Allergie-Info «enthält Milch» drauf!) kann ich es ja noch verstehen, denn dem blickdicht verschlossenen Tetrapack ist nicht deutlich genug anzusehen, dass da wirklich gefährliche Milch drin ist. Aber bei in durchsichtigem Plastik eingeschweisstem Fisch?
btw: Was das «Goldbuttfilet gemischt» bedeuten soll, erschliesst sich mir ebenfalls nicht ganz. Die Stücke sahen eigentlich recht ähnlich aus. Und dass drei Filets nicht von ein und dem selben Viech stammen können – falls mit «gemischt» das gemeint sein soll –, ist dann wieder ebenso klar wie die Allergiker-Info.
und btw II: Geschmeckt hat er trotzdem, zart gedämpft auf Zwiebel-Tomaten-Gorgonzola-Sauce.








