beinahe griechisch

Aus schierer Solidarität zur krisengebeutelten Wiege unserer Kultur und weil im Kühlschrank ein paar Brocken Truthahn zu vergammeln drohten, gabs heute ein Stifado. Also fast. Im griechischen Original ist Rind drin, viel mehr Zwiebel und dazu reicht man Kritharaki. Hier gabs alternativ eben Truthahn, der in den Hügeln um Romoos gegackert hatte, Rüebli und Peperoni und feine Bio-Strozzapreti mit Buchweizen. Letztere klingen sehr gesund, merke ich gerade beim Schreiben, sind aber eine sehr schmackhafte Spezialität.

Im gusseisernen Bräter wird griechisches Olivenöl (immerhin etwas wie im Original!) erhitzt und mit einer Knoblauchzehe aromatisiert. Dann wird der Truthahn zusammen mit den sehr grob geschnittenen Zwiebeln kräftig angebraten. Gewürzt wird zwingend mit ordentlich Zimt und Nelkenpfeffer. Salz kommt natürlich auch hinein. Dann ebenfalls grob geschnittene Rüebli und Peperoni. Vor dem Zudecken ein grosszügiger Schluck roten Weins. Heute ein 2006er Selvato aus Apulien vom Bio-Betrieb «Colli della Murgia».

Jetzt wandert das Zeug für mindestens 90 Minuten in den Ofen. Genügend Zeit also, den Wein zu probieren. Denn «Trocken kochen führt zu Fehlleistungen», wie die Grossen zu sagen pflegen.

Ein Kommentar

  1. Phemios sagt:

    O edle Solidarität! Wie es der Zufall so will, habe ich tags zuvor ebenfalls ein Stifado in den Bräter gezaubert. Ich blieb näher an der Originalversion, wobei angemerkt werden muss, dass „Stifado“ streng genommen nur eine Zubereitungsmethode bezeichnet, die mit allen Arten von Fleisch geht. Bei mir wars deshalb versuchsweise Schweinsragout, und ich weiss nun gar nicht mehr, weshalb wir bisher immer ein Vermögen für Kalb ausgegeben haben! Gar nicht nötig! Ansonsten blieb ich puristisch: angebratenes Fleisch mit reichlich Wein ablöschen, ein Schuss Balsamico fürs Aroma, eine Büchse Pelati, Salz, Pfeffer, Paprika, einige Nelken und Zimt, 90 Minuten köcheln lassen, irgendwann dann die separat an- und weichgebratenen Zwiebeln dazuschütten. Dazu haben wir dieses Mal Reis gegessen – vermählt sich bestens mit der Sauce. Hab ichs schon gesagt: Der IKEA-Bräter ist eine der besten Kücheninvestitionen seit langem!

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