saures Vergnügen

Dieser Tage erst habe ich realisiert, dass ich den Winter bislang verbracht habe ohne dass einmal Sauerkraut auf dem Tisch gestanden wäre. Höchste Zeit, das zu ändern und ein frisch gefundenes Rezept zu testen, Rindsragout im Sauerkraut.

1 Zwiebel
1 EL Zucker
500 g rohes Sauerkraut
500 g Voressen vom Rind
100 g Bratspeck
2 (zwecks der Optik möglichst rote) Äpfel
1 dl Bouillon
1 dl Rahm

Original würde das Gericht mit Rinds-Saftplätzli gekocht. Aber da das Essen für den Besuch am Sonntagabend ziemlich spontan eingefädelt worden war, musste ich halt kochen, was das Sortiment der Bahnhofsmigros hergab. Ohne das Original getestet zu haben glaube ich aber in massloser Selbstüberschätzung, dass die hier präsentierte Variante um Längen besser schmeckt.

Zunächst wird im gusseisernen Bräter die gehackte Zwiebel zusammen mit dem Zucker in etwas Öl angedämpft. Dann gibt man das Sauerkraut hinzu, versucht es möglichst zu entflechten und sieht zu, dass es ganz leicht gesalzen ist. Den Topf kann man nun vom Feuer nehmen und füllt ihn mit den Fleischstücken (mit Salz, Pfeffer, etc behandelt und mit Speck umwickelt) und den in Schnitze geschnittenen Äpfeln. Fleisch und Obst werden dabei ins Sauerkraut hinein gedrückt.

Rahm und (Hühner-)Bouillon dazugiessen, zudecken und während mindestens 90 Minuten im Backofen bei 180 °C vergessen. Danach sieht es so prächtig aus:

Und duftet. Und schmeckt so hervorragend, wie ich Sauerkraut wohl noch nie gegessen habe.

Da ich die Woche zuvor schon genügend Kartoffeln gegessen hatte, habe ich einen «riso mediterraneo» gekocht, eine Mischung aus rotem, weissem und schwarzem Halbrohreis aus dem Mittelmeerraum. Gibts auch beim Grossverteiler, ich habe gestaunt, und zwar im normalen Sortiment und nicht in der Hochpreislinie. Sehr fein, mit 35 Minuten Garzeit noch recht bissfest gekocht, passt perfekt.

Damit die raffinierte Einfachstvorspeise zum Apéro auch einmal bildlich festgehalten ist, hier noch Foto und Rezept:

1 rechteckiger Blätterteig
grüne Currypaste (oder rote, oder Pesto aus dem Glas, oder Kräuterfrischkäse, etc.)

Teig so dünn wie möglich mit der Paste bestreichen, von der längeren Seite her aufrollen, in 7 mm dicke Scheiben schneiden und für 10 – 15 Minuten dem heissen Ofen anvertrauen.

Diesmal leider ein bisschen blass, weil der Gasofen mit der gusseisernen Pfanne schon leidlich überfordert war und dem Blech darüber nicht mehr viel Aufmerksamkeit und Hitze zu schenken vermochte.

4 Kommentare

  1. Phemios sagt:

    Ha! Ich weiss sogar, wo du das Rezept gefunden hast! Also Voressen statt Saftplätzli? Tönt tatsächlich irgendwie überzeugender. Leider findet in meinem Haushalt Sauerkraut nicht besonders viel Anklang, aber vielleicht schaffe ich es mit deinen Bildern doch noch, meine Liebste von diesem Rezept zu überzeugen.
    Uebrigens: Am gleichen Fundort, ein paar Seiten weiter hinten, kann ich auch den Hasen mit Tomate und Oliven empfehlen. Am Sonntag ausprobiert mit Huhn statt Hase und begeistert – so saftige Hühnerschenkel hatte ich noch überhaupt nie. Und damit es hier wieder einmal gesagt ist: Es lebe IKEA und ihre gusseisernen Bräter (made in France)!

    • admin sagt:

      Ich muss nur schauen, dass sich die ganze Geschichte hier nicht zu einem IKEA-Fanblog entwickelt :-) Sobald die Schweden dereinst einmal in Rothenburg LU ihre Zelte aufschlagen, wird es wohl unvermeidlich werden…
      Du hast aber die französische Variante des besagten Druckwerks abonniert, oder? Haben die tatsächlich die identischen Rezepte im Sortiment?

      • Phemios sagt:

        Die exakt identischen, soweit das ein kurzer Vergleich überprüfen konnte. Ich nehm dann mal ein Exemplar mit, dann können wirs verifizieren. Unterschiedlich ist glaub ich einzig das Föteli des Al-Dente-Teams; da ist bei uns das welsche drin. (Ihr Lächeln ist aber dann wieder das gleiche…)
        Und von wegen IKEA-Fanblog: So gut die Schweden beim Besteck und Geschirr sind, so skeptisch bin ich grundsätzlich bei ihrem Kochgerät (mit Ausnahme des erwähnten Bräters).

  2. Susanne sagt:

    …hatte noch nie so gutes Sauerkraut. Ich kann das Gericht dem Phemios nur weiterempfehlen.
    Übrigens: Die Thonkugeln im gleichen Heft habe ich gestern auch ins Repertoire aufgenommen. Ausprobieren lohnt sich.
    Den Bräter von IKEA ist auf der nächsten Einkaufsliste zuoberst. Die Gratinpfanne kommt bei solchen Gerichten definitiv an ihre Grenzen…

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