Blutbad

Wenn es mir gelingt, mich am Samstag frühzeitig vom Pfulmen zu verabschieden, dann macht der Wochenmarkt gleich um die Ecke noch viel mehr Spass. Letztens hatte ich – wenn auch nicht ganz freiwillig – wieder einmal das Vergnügen, und ich stand kurz nach acht vor prall gefüllten Marktständen.
Mein Lieblingslieferant aus dem tiefen Entlebuch hat manchmal Kaninchen aus eigener Schlachtung am Start. Und wenn man früh genug vorbeikommt, kann man delikate Kaninchenleber ergattern. Im einfachen Plastikbeutel verpackt, bluttriefend, wie es sich gehört.

So ein feines Stück Fleisch schreit nach einer ganz besonderen Zubereitung. Hier kommt bei mir dann jeweils das Rezept für Kräuterleber zum Zug:

1 Zwiebel, gehackt
1 Bund Petersilie, gehackt
1 EL Senf
4 EL Rahm

Alles zusammen verrühren und als Marinade mit der etwas zerkleinerten Leber mischen. Von Vorteil lässt man das Fleisch eine halbe Stunde darin ziehen.

Vor dem Anbraten im sehr heissen Öl rührt man einen Löffel Mehl darunter, das macht die Kräutersauce am Schluss wunderbar sämig.
Die Leber wird nun also (mitsamt der herrlich duftenden Marinade natürlich) rundherum kräftig angebraten, gesalzen und mit Wein und nach Belieben etwas Bouillon abgelöscht. Kurz aufkochen lassen, bis die Sauce die erhoffte Konsistenz hat, und sofort servieren. In meinem Haushalt normalerweise mit einem einfachen weissen Reis.

Wenn man dann noch bedenkt, dass Leber unverständlicherweise zu Schleuderpreisen verkauft wird, schmeckt das edle Essen gleich noch einen Zacken besser.

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