told you

Da bin ich ja altmodisch: Meinen Facebook-Account habe ich nach einigen Wochen des Experimentierens wieder entsorgt. Persönliches Fazit: Braucht kein Mensch. Bei der SwissMiss drüben habe ich gerade eben einen Film gefunden (NB ein Projekt, das an der benachbarten HSLU D&K entstanden ist, chapeau!), der meine verbohrte Ansicht zu den Social Networks künstlerisch wertvoll auf den Punkt bringt:

Und kommt mir nicht mit dem Argument (und DEM Killerkriterium, weshalb man eben bei Facebook dabei sein müsse), über soziale Netzwerke könne man lange verschollen geglaubte Bekannte wiederfinden. Zu Menschen, die mir wichtig sind, halte ich auch ohne dieses Vehikel Kontakt. Und sollte ich wirklich jemals einen Spielkameraden aus dem Kindergarten wiederfinden wollen, bin ich über Google ohnehin schneller und effektiver.

Langsamer Genuss

Die Karte mit den Tessiner Spezialitäten im Bellini war hier ja bereits einmal Thema und Grund für Freudentränen. Eben erst habe ich wieder dort gegessen und zu meinem Entzücken festgestellt, dass einige der Gerichte vom Herbst-Special damals immer noch auf der Karte stehen.
Selbst ohne das Logo mit der Schnecke zu sehen, das auf der ersten Seite prangt, merkt man beim aufmerksamen Studium der Karte, dass hier ein Küchenchef mit den Ideen von Slow Food sympathisiert: Viele unprätentiöse Gerichte mit althergebrachten Zutaten, deren (Klein-)Produzenten auch ausführlich erwähnt werden.

Einer davon ist der Metzgermeister Donato Mattioli aus Lavorgo.


© franca pedrazzetti

Ihm verdankte ich die fantastischen Wurstwaren auf dem Vorspeisenteller und in den Ravioli, die mit Mortadella cruda und einem würzigen Ziegenkäse gefüllt waren. (Und ganz simpel in einer Rosmarinbutter geschwenkt auf den Teller kamen. Jede Sauce wäre ein herber Verlust gewesen für das feine Aroma der Teigtaschen.)

Wie man als frecher Gourmet halt so ist, fragt man nach dem Essen das Personal, woher das Fleisch stammt, und ob man der Einfachkeit halber von dieser elendiglich feinen, ganz speziell gewürzten Mortadella gerade aus dem Lager des Restaurants etwas beziehen könne. Zwecks Verlängerung des Genusses. Kann man selbstverständlich. Und der Sous-Chef höchstpersönlich bringt die Köstlichkeit an den Tisch und erläutert diverse Zubereitungsformen. Sensationell!

In Würfel geschnitten und gut angebraten wanderte ein Teil des Ungetüms zu Hause in einen Salat. Und was soll ich sagen: unbeschreiblich gut. Bei meiner nächsten Tessinreise muss zwingend ein Abstecher nach Lavorgo mit ins Programm!

Film des Tages

«Children see. Children do.»

Gut gemachter Film, sollte nicht nur uns Pädagogen zu denken geben.

Meinereiner gibt sich ja Mühe, immerhin brav an der Fussgängerampel (müsste die jetzt korrekt «Zebraampel» heissen?) aufs grüne Lämpchen zu warten, wenn Kinder zuschauen. Auch wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Und auch wenn ich eben erst irgendwo eine Glosse gelesen habe, die darin gipfelt, dass man als Fussgänger – speziell wenn Kinder in der Nähe sind – bewusst die Strasse bei Rot queren soll, um die zuguckenden Bälger einen sinnvollen Umgang mit dem täglichen Risiko zu lehren.

lange Leitung

Wieso es die letzten Wochen hier so ruhig war, wird wohl demnächst in Wort und Bild aufgearbeitet werden. Stay tuned!

Soviel sei verraten: Hymnische Suchtbeschreibungen wie da wird es von dieser Reise nicht geben. Gwundernasen stöbern schon mal in den Metadaten von obigem Bild; meine Reisekamera kann sich lokalisieren.

BTT

Note to myself: Wenn auf der Wander- und Bikekarte von Elba «Mountainbike-Schiebestrecke» geschrieben steht, dann wird dort tatsächlich getragen. Nicht fahrbar.

Merke ferner: Auf Routen, die als fahrbar eingezeichnet sind, wird das Bike ebenfalls getragen, auch mit der Bike-Erfahrung von bald 4000 km.

Merke drittens: 500 Hm Bikeschleppen sind schmerzhaft, wenn man sich zuvor das Lenkerende in die Rippen gedrückt hat. Zum Glück haben nur unsagbar viele Eidechsen, Ameisen, Spinnen und sogar ein paar Wildschweine meine BikeTragTour beobachten dürfen.

Und ja: Murphy lebt auch hier: Auf die Fresse legt es den Biker immer an der entlegensten Stelle. Und selbstverständlich geht dann auch noch ein Schlauch über den Jordan. Aber nochmals ja: schöne Tour, atemberaubende Landschaft!

UPDATE: Das GPS hat zwar ähnlich dem Fahrer auch einige Kratzer abbekommen, sich aber dennoch bereit erklärt, den Track herzugeben:

Nicht zur Nachahmung empfohlen, eher als Warnung zu verstehen. Falls es jemand doch in nächster Zeit mit Wanderschuhen versuchen sollte: Irgendwo auf dem Aufstieg ist meine Sonnenbrille liegengeblieben. Danke fürs Mitnehmen.

Suchtprävention

Da nimmt sich der passionierte Vielkaffeetrinker doch jeweils vor, in den Ferien seinen Konsum auf ein halbwegs vernünftiges Mass herunterzuschrauben. Und macht den ganzen guten Vorsatz mit der Wahl der Feriendestination im Ansatz zunichte:

Mit dem Hintergedanken der Prävention und des Masshaltens muss ich ja eigentlich froh sein, gibt es daheim in der Schweiz verbreitet nur miesen Kaffee zu trinken. Aber eigentlich ist es ein Armutszeugnis, dass ein kleines Tässchen für einen Euro den Grossteil aller drei- und viermal so teuren Brühen hierzulande locker in den Schatten stellt. How hard can it be? Ist es denn wirklich so schwierig, Espresso herzustellen, bei dem sich die Bohne nicht wünscht, niemals geboren worden zu sein?

Lektüre

Ob man an Gott glaubt oder nicht, spielt in allen großen moralischen Fragen — außer für Fundamentalisten — keine besondere Rolle. Es ändert nichts an der Pflicht, den Anderen, sein Leben, seine Freiheit und Würde zu respektieren, noch daran, dass Liebe über dem Hass steht, Großzügigkeit über dem Egoismus, Gerechtigkeit über der Ungerechtigkeit. Die Religionen haben uns geholfen, das zu begreifen, und damit einen bedeutenden Beitrag zur Geschichte geleistet. Das heißt aber nicht, dass sie ein Monopol darauf haben oder dass es ausreicht, ihnen anzugehören.

Aus André Comte-Sponvilles «Woran glaubt ein Atheist? — Spiritualität ohne Gott», 2008 erschienen bei Diogenes. Eine bereichernde Ferienlektüre. Und hier speziell erfreulich zu sehen, dass sich Jugendliche mit diesem Thema beschäftigen.

Evolution

Dort drüben gefunden: Ein sensationelles Video mit dem Titel «BIG BANG BIG BOOM». So aufwendig hat uns wohl noch nie jemand die Geschichte allen Lebens gezeigt, vom Urknall bis hin zum desaströsen Menschen. Unvorstellbar, wie viel Arbeit hinter diesen knapp zehn Minuten Film stecken mag.

Nicht minder sehenswert ist übrigens auch die letzte Farbschlacht des kreativen Teams.

Fortsetzung folgt

…and now I have something called an iPhone. It operates differently, in the sense that instead of being a device for communicating, it is more like carrying disappointment in your pocket.

Gefunden bei Scott Adams im Dilbertblog. Kann ich aktuell nur unterschreiben. Wieso um alles in der Welt schafft es der Grosskonzern regelmässig, mit Updates ansonsten funktionierende Geräte zu ruinieren? Ob er mich dazu zwingen will, mein Geld in die neuste Gerätegeneration zu investieren?

Spam

Aber einer der lustigen Sorte. Was haben wir gelacht:

mon nom est Gohar. Je suis 23 ans. Vielleicht können wir durch Briefe kennen einander.
Einige Informationen über mich:
Ich sehr fröhlich und fröhliches Mädchen. Ich liebe Spaziergänge am Abend und Theater. Ich liebe kleine Kinder. Ich möchte die Ausländer heiraten und verlassen, um im Ausland zu leben. Bevorzugt Ich gebe den Männern bis zu Erwachsenen.
Ich möchte neben einander zu sehen:
Ich möchte eine Art gerecht zu werden, Verständnis und sensibler Mensch. Er sollte einen Sinn für Humor und ein heiterer Mensch. Wer kann Respekt und die Liebe seiner Frau. Und was ist für mich vor allem sollte er ein romantischer Mensch.