Tierquälerei

Weit oben auf der Liste der zu kochenden Köstlichkeiten ist ein Rezept, das mir ein befreundeter Koch letzthin verraten hat: «beer can chicken» oder etwas weniger poetisch «Poulet mit Bierdose im Arsch».

Jawohl, richtig gehört. Das Poulet wird (nach dem obligaten in- und auswendigen Würzen) nämlich folgendermassen zubereitet: Man nimmt eine Büchse möglichst würziges dunkles Bier, öffnet sie und trinkt ein paar Schlucke. Das Bier wird dann mit Knoblauch und frischen Kräutern aromatisiert. Und jetzt – TierfreundInnen bitte weghören – stülpt man das Huhn über die Büchse. Diese Skulptur kommt nun möglichst schön aufrecht (man will ja kein Bier verschütten) in den Backofen. Der Witz an der Sache ist natürlich, dass das Poulet aussen schön knusprig gebacken wird, währenddem es innen wegen des verdampfenden Biers würzig feucht bleibt. Bei Tante Google habe ich etliche begeisterte Stimmen gesehen.

Wieso ich dieses Rezept bislang noch nicht selber ausprobiert habe? Zum einen passt in meinen Backofen höchstens ein Mistkratzerli aufrecht hinein. Zum anderen befürchte ich, dass es im Ofen nach der ganzen Orgie aussieht wie neben der Friteuse beim gelben M. Beides also perfekte Argumente dafür, ein solches Huhn in der nächsten Lagerküche (grosser Ofen und zur Küchenreinigung eingeteilte Arbeitskräfte…) mal auszuprobieren.

3 Kommentare

  1. denise sagt:

    Poulet mit Bierdose im Arsch: kenn ich…d.h. auch schon gesehen, aber noch nie gekocht oder gegessen!
    zur Küchenreinigung eingeteilte Arbeitskräfte…: frech!
    können wir nicht mal mit einem kleinen poulet und kleinen bier ausprobieren? (gibt es das überhaupt: kleine poulets und bierchen?)

    • admin sagt:

      Ist für deinen nächsten Besuch gebucht (wie auch der Espresso mt Aprikosengeschmack). Es gäbe wohl sicher irgendwo im Fachhandel Mistkratzerli zu kaufen (wie heissen die eigentlich botanisch korrekt??). Die Frage stellt sich nur noch, wie gross deren Arschöffnung ist. Man kann ja wohl schlecht beim Metzger kurz ins Huhn greifen :-)

    • admin sagt:

      zur Küchenreinigung eingeteilte Arbeitskräfte…: frech!

      Hei, irgendeinen Vorteil muss man als Koch doch auch haben. Und sei es nur, dass man nach 6 Stunden Küche Einsauen das Putzen dem Personal überlassen darf…

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