Am zweiten Tourentag sollte nach dem ursprünglichen Plan fast Luftlinie über das Parpaner Rothorn nach Arosa gefahren werden. Da der Wetterbericht erneut für den Nachmittag Schauer und Gewitter verhiess, wählten wir einen Umweg. Zudem hatte der Metzger am Vortag vor viel Schnee auf der Schattseite des Horns gewarnt und dafür die wunderschöne Flora am nördlich gelegenen Churer Joch gelobt.
Also hiess es früh aufstehen, um halb sieben bei der Bäckerei vis-à-vis zum Frühstück aufzukreuzen und kurz nach halb acht Uhr morgens uns in die Pedalen zu schwingen.
Es war nicht zu viel versprochen worden: Die Vegetation beim erst gemächlichen dann steilen Aufstieg aufs Churer Joch war zu dieser Jahreszeit unglaublich reichhaltig. Biologen wären ausgeflippt, hatten wir aber leider keine dabei.
Nach dem Joch hiess es erst einmal wieder Höhe vernichten; ganze 400 m mussten daran glauben, bis wir am Bergbach die Scheiben auskühlen lassen konnten.
Auf dem steilen Weg hinauf zur Ochsenalp waren die verlorenen Meter sofort wieder erklettert. Die dunkle Bewölkung, die inzwischen aufgezogen war, wussten nicht einmal die Einheimischen zu deuten (oder sie hatten einfach keine Lust dazu, den Bikern Tips zu geben) – wir Flachländer entschieden uns fürs speditive Weiterfahren. Der Regen erwischte uns dann bald, aber wenigstens noch knapp unterhalb der Baumgrenze, wir konnten den Zwischenhalt unter den Bäumen perfekt fürs Zmittag nutzen.
Wenig später war mit 2158 m der höchste Punkt des Tages erreicht und die Bewölkung daran, wieder prächtig aufzureissen. Bis wir ins saisonbedingt ausgestorbene Arosa hinuntergetrailt waren, strahlte die Sonne von blauem Himmel.
Immerhin fanden wir im verschlafenen Dorf einen Ort für den Kaffeehalt und ein tolles Restaurant für den Abend. Aus Rücksicht auf die anwesenden Vegis verzichtete ich dort auf den auf der Karte feilgebotenen Kalbskopf. Wär sicher spannend gewesen – aber die Capuns lockten letzlich doch deutlich mehr. Mit ordentlich gebunkerten Kohlehydraten für den strengen Sonntag gings dann fast noch bei Tageslicht ins bequeme Bett.
