Der letzte Tourentag, der Sonntag, versprach landschaftlich sehr reizvoll und konditionell sehr anstrengend zu werden. Da sich die Wettervorhersage nicht gross von der des Vortags unterschied, wurde auch diesmal wieder kurz nach 7 Uhr morgens in die Pedale getreten. Mit dem Unterschied, dass in Arosa zu dieser Zeit weder Kaffee noch Frühstück erhältlich war.
Wach wurden wir gleich nach dem Start in Windeseile auf dem technischen Trail durchs Unterholz des «Usser Wald». Schnell waren fast 400 Meter Höhe vernichtet, ehe wir bei Langwies ins traumhafte Sapüner Tal einbogen und sofort nur noch heftigste Steigung zu verzeichnen war.
Und wie durch ein Wunder gibts weit hinten in diesem Tal ein sympathisches Berggasthaus, wo wir vor dem finalen steilen Aufstieg auf den Strelapass unseren Morgenkaffee nachholen und die Zuckerreserven mit Bündner Nusstorte auffüllen konnten. Und dieser Aufstieg, ganz zuhinterst im Haupter Täli, hatte es in sich. Nur unseren Fahrzeugen ging es prächtig: Die letzten 300 Höhenmeter wurden sie auf Händen getragen:
Oben angekommen, waren die üblichen schwarz dräuenden Wolken als Kulisse auch schon bereit. Zeit für den Gipfel-Apéro musste aber dennoch sein.
Die folgende Fahrt – erst waghalsig am Abhang auf einer Höhenlinie entlang des Panoramawegs (nomen est omen, hochgradig!) bis vor an den Gotschnagrat, dann auf sensationellen Trails bergab nach Klosters – bot unglaublich schöne Stellen. Und weitere Beweise dafür, dass uns der Wettergott wieso auch immer mögen musste. Bis auf wenige Tropfen und einen Schwung Hagelkörner liessen uns die dunklen Wolken mehrheitlich in Ruhe. So dass wir ungeduscht in müffelnder Synthetik unsere Mit-Bahnreisenden beglücken durften.

