komische Kritiker

Nicht das erste Mal fällt es mir auf, das komische Verhalten von Kritikern, wenn eine neue Scheibe einer gestandenen Band erscheint. Klingt eine Neue von Züri West ganz anheimelnd wie Züri West, heisst es sofort, dass sich die Band totlaufe, nichts Frisches mehr auf Lager habe. Ich kaufe eine Platte genau deswegen – weil ich Züri West mag.

Wagt eine Gruppe hingegen auch einmal ein Experiment, passt sie sich anderen Zeiten an, so schreibt die Kritikerzunft schnell einmal, sie verleugne sich, es gebe keinen «autarken Bandsound»; aktuell gerade in der Tagi-Kritik zum neuen Lunik-Album zu lesen.

Dabei bietet dieses neue Album, «Small Lights In the Dark», dem Lunik-Fan ein wunderschönes Hörerlebnis mit den üblichen melancholischen Balladen und Jaëls unverkennbarer Stimme. Natürlich poppiger und dem Mainstream angepasster als «Rumour» oder «Ahead». So what? Mir gefällts. Zum Beispiel «I can’t sleep»:

How could this ever happen – a kingdom fell apart
one minute we were flying and then suddenly it wasn’t enough
[…]
I made a mistake because now I realize that
I can’t sleep without you and I don’t think it’s ever gonna change
I can’t breath without you these days

Ich muss den Kritikern insofern rechtgeben, als dass die ganz tollen Nummern auf der neuen Platte fehlen. Etwa solche wie mein all-time-favorite «Let Go» von der Scheibe «Preparing To Leave»:

It’s hard to accept ‚cause I know deep inside
A love that big shouldn’t be left behind
But after all that was – I still love you
And all I want is the best for you
Unfortunately it doesn’t seem to be me

Gänsehaut.

Antworten