Sünden beichten

Das Eingestehen von kulinarischen Todsünden ist zurzeit andernorts gerade im Gang. Ich hole das vielleicht später einmal nach – auch ich bin nicht der ganz perfekte Koch: es wird auch hier nicht alles und jedes selbst produziert.

Heute kommt die Beichte nur so nebenher, das Gericht als Transportmedium, um auf die schmucken neuen Schälchen vom Schweden aufmerksam zu machen. Ein Neujahrsgeschenk, vielen Dank an dieser Stelle, die Keramik gefällt mir ausserordentlich.

Für Schnell-EsserInnen in der Leserschaft: Ein Beutel von Knorrs Fertig-Mexico-Salat wird mit gewürfelter roter Zwiebel (ja, danach weht eine frische Zwiebelbrise aus meinem Mund durch die Wohnung), frischer Peperoni, Petersilie, Olivenöl und Balsamico frisiert und mit Salz & Pfeffer abgeschmeckt.

Als mildernden Umstand darf ich sicher anbringen, dass ich keine Ahnung habe, woher der Salatbeutel in meinem Vorratsschrank stammt. Aber man will sowas ja nicht verkommen lassen!

3 Kommentare

  1. Susanne sagt:

    …auch beim Anblick dieses Bildes bekomme ich Hunger. Da ist das Gehirn recht flexibel…

  2. TS sagt:

    Bin ich schon ein Fascho, wenn ich auch den Schweden als Sünde betrachte…?
    Es sei dazu bemerkt, dass Geschenke-Bekommen natürlich was ganz anderes ist… Und die Schale sieht mir tatsächlich nach einer wundervollen optischen und haptischen Erfahrung aus.
    Mein eigenes Geschirr kommt übrigens aus der Migros. Und es wurde in China produziert… seufz

    • admin sagt:

      Das Beschenktwerden ist hier natürlich nicht als Entlastung meinerseits zu werten: Ich habe mir die Schälchen explizit vom Schwedenkurier gewünscht. Dass der Schwede (der seinen Unternehmenssitz interessanterweise in Holland hat!) auch für einfachste Gebrauchsartikel Industriedesigner einstellt, finde ich grundsätzlich löblich. Billige Gebrauchsware muss ja nicht unbedingt Scheisse aussehen.

      Dass mein Geschirr in der Türkei produziert und dort sicher von Zwölfjährigen im dunklen Keller handgetöpfert wurde, ist natürlich die dunkle Kehrseite der Medaille. Aber ob ein Edelhersteller nicht am genau gleichen Ort arbeiten lässt, weiss ich ja auch nicht. Gibts schon eine CDC (clean dishes campaign)?

An Susanne antworten