Für alle da draussen, die gelegentlich Platzhaltertext verwenden. Gelangweilt vom ewigen uralten «Lorem ipsum»? Jetzt gibts Samuel L Ipsum.
(Ja, sligthly NSFW! Und ja, auf der Seite kann sogar der gute alte Klassiker generiert werden.)
Link des Tages
Mathematik für Anfänger
Ich wollte eigentlich schon lange etwas über BEEF schreiben, die Kochzeitschrift «für Männer mit Geschmack». Eine faszinierende Zeitschrift, sehr sorgfältig aufgemacht, wunderbare Typografie, tolle Bildserien. Ein sehr hochwertiges Printprodukt. Das mitunter auch auf humorvolle Art selbstironisch mit seinem Slogan umgeht.
Die Hymne über BEEF folgt später einmal. Zunächst das riesige Ärgernis: Der Preis. In Deutschland EUR 9.80. Im Abo (vier Ausgaben jährlich) mit etwas Rabatt für EUR 36.
Für die Schweiz nimmt der Verlag einen grosszügigen Euro-Kurs von 2.04 und verlangt für eine Ausgabe am Kiosk CHF 20. Im Abo gibts vier Ausgaben ohne Rabatt für CHF 80. Hallo? Hakts irgendwo? An den Transportkosten wirds ja wohl nicht liegen – das billigste Gemüse beim Grossverteiler ist schliesslich auch jenes mit dem längsten Weg.
Ich lass mir die Zeitschrift inzwischen meistens von einem lieben Bekannten direkt importieren. Bei dieser Abzocke muss ich nicht mitmachen.
Die unfaire Art von Mathematik scheint beim Verlag Gruner + Jahr übrigens System zu haben: Das allseits bekannte GEO geht in Deutschland für EUR 6.30, in der Schweiz für CHF 13 über die Theke. Ob man da wohl einmal zum Boykott aufrufen sollte? Mag jemand eine Facebook-Gruppe einrichten? Oder vor dem Hauptsitz demonstrieren gehen?
Peace be onto you
Es war ja zu erwarten, dass so etwas in der Inbox aufschlagen muss:
Dearest,
Peace be onto you and your family,
I am Mrs. Safia Gadhafi the wife of Muammar Gadhafi of Libya. I am presently in Algeria with my daughter Aisha and my sons.
I am sure you knows all about my family presently, I am contacting you for urgent help to secure in the name of investment in your country my family fund which NATO, UN and the Libyan transitional council have not seen. The amount involve is $80M.
Note; we are not interested on what you are going to do with this money or profit you will make from this fund rather my interest is to have the money back on demand.
If you are interested in assisting us, Your full assistance is highly needed in all participation.
Note also that your percentage for this help could be discuss.
Wer die letzten zehn Jahre glücklicherweise dem Nigeria-Spam entkommen ist – ich bezweifle stark, dass es solche Internetnutzer gibt –, aber «all about my family» Bescheid weiss, sollte nur schon wegen der genannten Summe stutzig werden: Wie ich den Familienclan der Gadhafis (mit im Ausland parkierten Geldern in der Höhe von gegen 100 Milliarden EUR) einschätze, würde dort wohl kaum jemand wegen der lächerlichen Kleinigkeit von 80 Millionen USD auch nur EINE Mail schreiben.
Link des Tages
Was würdest du aus deinem brennenden Haus / deiner brennenden Wohnung retten? Ein wunderschönes Projekt, zu dem die ganze Netzgemeinschaft eingeladen ist: Foto machen und zusammen mit der Beschreibung einschicken. Die Einsendungen werden dann auf der Website «The Burning House» publiziert.
Gedanken, die man sich auch ausserhalb eines Kunstprojektes machen darf. Anders als bei den vielen Kunst-Yuppies und Fotografinnen, die sich auf der Website bislang verewigt haben, sähe es bei mir wohl deutlich technoider aus.
Dekadenz
Lust auf eine Pizza. Und gleichzeitig eine feine Portion Jamón Ibérico de Bellota Reserva vom Grossverteiler für mich und dich im Vorrat (ich war grad rechtzeitig hinter dem Angestellten mit den grossen orangen 50%-Aufklebern an der Fleischvitrine…), der auch noch gegessen werden sollte. Das stellt den Koch glücklicherweise vor keine Probleme. Wenn auch eine Pizza del Padrone mit Peperoni, Zwiebel und Pata-Negra-Schinken reichlich dekadent anmutet. Gemacht ist sie im Nu, schmecken tut sie sensationell!
Aus viel Knoblauch (ich habe morgen keinen Kundenkontakt), einer Handvoll Tomaten und einem Schluck Rotwein, s.u., wird zunächst blitzschnell ein pikanter Sugo gezaubert. Ein hier auch schon erwähnter Kuchenteig vom Biobauern bildet die Unterlage. Drauf kommen nach der Sauce Zwiebel, Peperoni, der erwähnte Schinken und – eine höchst schmackhafte Variante – ein paar Krümel einer grobkörnigen Paste aus grünen Oliven. Der Bio-Mozzarella vom besagten Grossverteiler ist leider keine Erwähnung wert, der schmeckt wie Kaugummi ohne Geschmack.
Weiterführende Koch- und Backanweisung gibts an dieser Stelle nicht; Pizza traue ich nun wirklich absolut jedem rezeptfrei zu.
Der Wein, der den Sugo aromatisiert hatte, durfte selbstverständlich auch im Glas landen. Zur Mahlzeit perfekt passend.
Dringende Empfehlung also an alle Pizzaköche da draussen: Versucht es zur Abwechslung einmal mit einem qualitativ hochstehenden Rohschinken. Es lohnt sich!
Anwendungszweck gesucht
Ich benutze ja im Alltag glücklicherweise mehrheitlich Kugelschreiber, Bleistift und Lasertoner, wenn ich Schriftliches hinterlassen will. Sonst würde ich ja – Gott steh mir bei – ohne mit der Wimper zu zucken den Haufen Kohle rausrücken, um das 150-er-Set dieser sensationellen Filzstifte mein Eigen nennen zu können.
Pulver gut
Die Touristiker in und um Davos haben es ja begriffen: Biker sind ein wichtiges Segment im Sommertourismus. Man soll sie nicht mit aller Gewalt von den schönen Trails fernhalten. Und deshalb ist die Region dort gespickt mit sensationellen Touren. Wer rechnen kann, hats sowieso schon lange geschnallt: Jemand der Tausende für ein tolles Gefährt ausgibt, wird mit Sicherheit beim Besuch einer tollen Gegend ein paar Dutzend Franken liegen lassen.
Der Plan stand schon lange fest: Ende Juli, also im Hochsommer, machen wir uns für ein Wochenende auf nach Davos und an die Bahnentour. Ein Abfahrts-Erlebnis der Extraklasse. Am Anreisetag war eine anständige Runde mit ordentlich Höhenmeter geplant (Details folgen), der zweite Tag sollte dem Bähnlifahren und Downhillen gewidmet sein.
Sommer wäre anders: Bei Ankunft in Davos stand das Thermometer gerade einmal auf 10 °C. Am Sonntag waren es noch einmal ein paar weniger. Aber wo wir schon einmal extra angereist waren, wurde der Spass natürlich auch durchgezogen. Als erstes stand das Weissfluhjoch auf dem Programm, mit der Abfahrt über das Meierhofer Täli nach Wolfgang. Die frisch sanierte Parsennbahn fuhr uns aufs Joch in eine winterliche Landschaft. Mit viel Nebel. Und zusammen mit einigen ausländischen Touristen, die uns mitleidig anschauten.
Der starke Wind hatte den Schnee auf den Wegen hübsch aufgeschichtet; was wir taten, war weniger Fahren denn Surfen. Aber mit maximalem Spassfaktor. Dank unseren GPS-Geräten mit der zuvor geladenen Route hielt sich die Orientierungslosigkeit im dichten Nebel glücklicherweise in Grenzen.
Unterhalb der 2000-Meter-Grenze wandelte sich der Weg allmählich von der Skipiste zum Jauchebach. Soll mir mal einer sagen, weshalb die doofen Kühe immer mitten auf die schmalen Wege scheissen müssen!
Nebel und Schnee hatten uns natürlich gewaltig ausgebremst. Wollte man die ganze Bahnentour in einem Tag durchziehen, müsste man wie von einer Kuhherde gejagt die Hügel runterbrettern. Die Fortsetzung für die restlichen Strecken ist bereits geplant.
Will jemand den Spass im Sommer bei trockenem Wetter nachfahren? Hier die Karte für eine von neun Abfahrten:
(Aber mit Schnee und weichen Kuhfladen auf den Wegen machts garantiert mehr Spass!)
Konjunkturprogramm
Gestern und heute habe ich ordentlich die Wirtschaft angekurbelt: Ein Blitzschlag direkt ins Haus hat bei einem meiner Brötchengeber Telefon und Internet lahmgelegt. So lautete zunächst der Hilferuf auf der Combox.
Werkzeug packen und sich aufs Velo schwingen geht noch schnell. Am Arbeitsort den Defekt zu finden ist dann schon deutlich anspruchsvoller. Dass der Telefonanschluss und damit natürlich auch die ADSL-Verbindung tot war, liess sich unschwer am wohltönenden Dreiklang erkennen, wenn man eine der Nummern wählte.
Die weitere Arbeit wurde dann langsam teuer:
Mehrere Netzwerkgeräte zeigten keinen Link mehr an. Am Kabel lag es nur in einem Fall, wo ein deutlich angekokelter Stecker zu sehen war. Innert Kürze waren fünf defekte Switches eingesammelt. Einer hatte sich sogar dazu entschlossen, seine Status-LEDs als Lichtorgel zu benutzen – eine originelle Hilfestellung für den Admin!
Auch der zentrale DHCP-Router schien nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein. Eine erste Reise zum ortsansässigen Kistenschieber war angebracht.
Hat schon jemand versucht, ohne Vorbestellung beim Computerhändler gleichzeitig fünf identische und vernünftige 8-Port-Gigabit-Switches einzukaufen? (Von den sinnlos und stinkfrech überteuerten Geräten bei FUST soll hier ein andermal die Rede sein. Nur soviel sei gesagt: digitec Normalpreis CHF 56.-, FUST Aktionspreis (!) CHF 129.-, Stand 04-08-2011, ich hab Screenshots davon.) Glaubt mir, es ist schwierig. Die neue Netzwerkinfrastruktur kommt deshalb jetzt nach Berücksichtigung einiger Fachhändler reichlich heterogen daher.
Nun da das Netzwerk einigermassen wiederhergestellt war, kamen die beruhigenden Tests: Domain Server, Fileserver, Backupserver etc – also alle teuren und aufwendig zu ersetzenden Maschinen – reagierten wie gewohnt. Dafür kamen nun andere Defekte zum Vorschein, die sich zuvor elegant hinter dem Amok laufenden Netzwerk versteckt hatten: Ein kompletter PC hatte den Geist aufgegeben, ebenso der gute Farblaserdrucker, der Etikettendrucker, ein Netzwerkchip eines weiteren PCs, ein EFT-Gerät, ein IP-Radio und selbstverständlich auch das betagte ADSL-Modem. Erwähnte ich bereits die relativ neue Telefonanlage, die ein Totalschaden geworden ist?
Selbst wenn die Versicherung den Produktivitätsverlust wegen fast zwei Tagen fehlender Internetverbindung wohl kaum übernehmen wird, gibt es in der Summe eine erstaunlich gepfefferte Rechnung wegen eines kleinen gutgezielten Blitzschlags!
Note to myself
Am Morgen nach dem Umstellen des Schlafzimmers bitte beachten: 1. Das Bett ist breiter als gestern. 2. Beim bislang gewohnten Ausstieg steht neu eine Wand. Im Zweifel zuerst die Brille ins Gesicht hängen.








