Wir hatten ja vom «Sommer» her immer noch eine Rechnung offen. Murphy meinte es aber auch diesmal nicht gut mit uns und verhiess übles Wetter im Bündnerland. Also wurde kurzerhand umdisponiert und das sonnige Tessin für die Wochenendtour anvisiert. Die Runde am Samstag führte von Lugano aus durch herbstliche Wälder und über tolle Bergflanken hoch zum Monte Bar.
Bis Sonvico verlief die Route der stark befahrenen Strasse nach. Als wir danach endlich anständiges Terrain für unsere Bikes erreicht hatten, war subito Schwitzen angesagt: Über fast 700 Höhenmeter verlief der Weg fein säuberlich senkrecht zu den Höhenlinien bis hoch zur Capanna Pairolo. Die sympathische Hüttenwartin verstand zwar kein Deutsch und fast kein Englisch – und unser Italienisch ist in etwa auf dem Niveau von «du machen Kaffee bitte». Mit viel Einsatz von Hand und Fuss kamen wir aber doch ziemlich problemlos zu unseren Erfrischungen.
Die dann folgenden 200 Hm hoch zur Landesgrenze waren nach dem Aufstieg vom Vormittag fast pure Erholung. Der Grenzübertritt verlief problemlos, und nach zwei Kilometern Italien waren wir wieder in der Schweiz und auf einem nicht enden wollenden wunderschönen Trail entlang geschwungener Höhenlinien.
Inmitten des wilden Geländes trifft man regelmässig auf piekfeine Asphaltstrassen, die vor unscheinbaren Alphütten enden. Allem Anschein nach ist die beste Armee von allen auch hier sehr präsent.
Der wilde Trail durch den Wald nach Camignolo südlich des Ceneri forderte zum Abschluss der Tour noch einmal die letzten Kräfte und krumme Speichen. Das benachbarte Rivera (uns Bahnfahrenden ausschliesslich bekannt als Rivera-Bironico) bietet dem müden Biker ein hübsches kleines Hotel direkt an der Bahnlinie. Aber sonst überhaupt nichts. Man muss schon eine Weile suchen, bis man einen Ort findet, wo überhaupt Abendessen angeboten wird. Die rustikale griglia mista von Fisch und Landgetier war letzten Endes immerhin ein sehr spannender Schlusspunkt des Tages.










