Mit San Marzano verband ich bislang ausschliesslich einen Produktionsstandort von Büchsentomaten. Oder zumindest eine Aufschrift auf den nämlichen Büchsen – ob der in Tomatenform eingefangene Sommer tatsächlich immer von dort stammt, weiss ich nicht.
Dass es in San Marzano auch ein tolles Weingut gibt, Feudi di San Marzano, habe ich letztens bei einem feinen Essen entdeckt. (Das dabei neuentdeckte Restaurant wird hier wohl auch noch zum Thema werden.) Ein 2003er Primitivo di Manduria Sessantanni von ebendiesem Weingut hat unser Festmahl begleitet. Ein aussergewöhnlich aromatischer Tropfen, dessen fruchtiger Primitivo-Klang mit intensiven Gewürznoten – für mich am intensivsten stach ein Zimtduft heraus – unterlegt war. Passte perfekt zum rosa gebratenen Lammfilet und perfekt wohlig-wärmend zur kalten Jahreszeit.
Der aus auserlesenen Trauben von mindestens 60-jährigen Rebstöcken (hence the name) vinifizierte Traubensaft wird nach der Gärung 12 Monate im Barrique ausgebaut, was ihm sein unglaubliches Aroma beschert. 2003 scheint leider bereits ausverkauft zu sein. Im Angebot der Online-Weinhändler ist momentan der Jahrgang 2006 aktuell, zum Beispiel hier. Muss ich dringend bestellen.
Bei der Flasche haben die Marzanesen übrigens nicht an Material gespart: Ausgetrunken wiegt sie in etwa so viel wie eine herkömmliche volle Euro-Flasche. Das schlägt sich bestimmt schmerzhaft in den Versandkosten nieder.