Eine Poeten wie Sven Regener muss ich dem geneigten Publikum hoffentlich nicht gross vorstellen. «Herr Lehmann» gehört für mich zu den sprachlich allerschönsten Werken der deutschen Literatur. Ich darf das ja sagen, ich bin kein Literaturwissenschaftler. Und hoffe selbstverständlich, dass mir der eine oder andere Vertreter dieser Zunft beipflichten würde.
Ein Glücksfall, dass Regener nicht nur Bücher sondern auch Lieder schreibt und diese stimmgewaltig mit einer tollen Band zum Besten gibt.
Eben erst live in Zürich gehört – für alle Daheimgebliebenen hier zwei für die Band typische wunderschön-melancholische Stücke aus der aktuellen CD:
Auf einem Spielplatz ruft ein Kind nach seiner Mutter
Damit die sieht, wie hoch das Kind schon schaukeln kann
Und es wirft die Beine vor und hoch zum Himmel
Bis ein Schuh davonfliegt und der landet dannAuf einem Auto, das am Straßenrand geparkt ist
Auf dessen Windschutzscheibe «Schwein» geschrieben steht
Und das, metallic-braun und glatt wie deine Haare,
Genau wie du sein wahres Alter nicht verrätGanz egal, woran ich gerade denke
Am Ende denk ich immer nur an dich
.
Wundert mich nicht, wenn ich schlecht ausseh heute Morgen,
das kommt davon, wenn man die Horizontale pflegt.
Und ein plötzlicher Wind die Bilder glücklicher Tage durchs Zimmer weht.
Und Blätter auf denen in Schönschrift «hau ab, du Vollidiot» steht.
Aber auch solche, auf denen es heißt «ich liebe dich sehr».In mondlosen Nächten träum ich noch immer von dir.
(Leider das einzige Video, das ich auf die Schnelle zu diesem Lied gefunden habe. Bessere Klangqualität gibts kostenpflichtig zum Beispiel hier.)
Bezüglich des Verbrechens habe ich soeben eine Bildungslücke meinerseits geschlossen und lasse das Publikum gerne teilhaben: Die Band hat sich bei der Gründung 1985 nach einem Film von Lars von Trier benannt.