Darf man es mit einem Augenzwinkern «Entwicklungshilfe» oder «Kurs in Schweizer Brauchtum» nennen, wenn man als Schweizer einen netten Abend mit drei Deutschen zusammen verbringt und gemeinsam ein Fondue kocht?
Diese Variante der Käsesuppe kommt mit einer geballten Ladung Kräuter daher und ist deshalb besonders leicht verdaulich. Oder auch nicht aus diesem Grund – mir ist das Kräuterfondue jedenfalls bislang immer sehr gut bekommen.
Für vier Personen sieht das Rezept folgendermassen aus:
(mindestens) 2 Knoblauchzehen
3 EL frische fein gehackte Kräuter (Rosmarin und Thymian passen bestens)
400 g rezenter Bergkäse
200 g Gruyère (von der Alp oder höhlengereift, auf jeden Fall rezent)
200 g Vacherin Fribourgeois
2 EL Maizena
4 dl Weisswein
Kirsch oder Kräuterschnaps
Pfeffer
Caquelon mit dem Knoblauch ausreiben. Ich hacke danach die Zehen kurz und klein und werfe sie mit ins Fondue – alles andere wäre jammerschade. Käse, Kräuter, Maizena und Wein hineingeben und mischen. Lässt man die kalte Mischung vor dem Aufkochen eine halbe Stunde zur Ruhe kommen, wird das Fondue anschliessend noch sämiger; das bisschen Zeit lohnt es sich aufzuwenden.
Käse unter Rühren aufkochen. Dann bei reduzierter Hitze und unter stetem Rühren (als Kind habe ich gelernt, dass man mit der Kelle eine «8» auf den Pfannenboden zeichnen muss) gespannt warten, bis der Käse geschmolzen und das Fondue perfekt cremig ist. Nach Belieben mit einem Schluck Kirsch und Pfeffer aus der Mühle würzen.
Wir haben den Käse gestern mit einem selbstgemachten Zwiebelbrot aus dem Caquelon gefischt. Eine Top-Aromakombination. Als Wein – zum Trinken und selbstverständlich auch im Fondue drin – kam in der Flasche gefangene Walliser Sonne aus der «Petite Arvine»-Traube zum Einsatz. Der charakterstarke Weisse passt ganz toll zur würzigen Käsemischung.

