Die Karte mit den Tessiner Spezialitäten im Bellini war hier ja bereits einmal Thema und Grund für Freudentränen. Eben erst habe ich wieder dort gegessen und zu meinem Entzücken festgestellt, dass einige der Gerichte vom Herbst-Special damals immer noch auf der Karte stehen.
Selbst ohne das Logo mit der Schnecke zu sehen, das auf der ersten Seite prangt, merkt man beim aufmerksamen Studium der Karte, dass hier ein Küchenchef mit den Ideen von Slow Food sympathisiert: Viele unprätentiöse Gerichte mit althergebrachten Zutaten, deren (Klein-)Produzenten auch ausführlich erwähnt werden.
Einer davon ist der Metzgermeister Donato Mattioli aus Lavorgo.
Ihm verdankte ich die fantastischen Wurstwaren auf dem Vorspeisenteller und in den Ravioli, die mit Mortadella cruda und einem würzigen Ziegenkäse gefüllt waren. (Und ganz simpel in einer Rosmarinbutter geschwenkt auf den Teller kamen. Jede Sauce wäre ein herber Verlust gewesen für das feine Aroma der Teigtaschen.)
Wie man als frecher Gourmet halt so ist, fragt man nach dem Essen das Personal, woher das Fleisch stammt, und ob man der Einfachkeit halber von dieser elendiglich feinen, ganz speziell gewürzten Mortadella gerade aus dem Lager des Restaurants etwas beziehen könne. Zwecks Verlängerung des Genusses. Kann man selbstverständlich. Und der Sous-Chef höchstpersönlich bringt die Köstlichkeit an den Tisch und erläutert diverse Zubereitungsformen. Sensationell!
In Würfel geschnitten und gut angebraten wanderte ein Teil des Ungetüms zu Hause in einen Salat. Und was soll ich sagen: unbeschreiblich gut. Bei meiner nächsten Tessinreise muss zwingend ein Abstecher nach Lavorgo mit ins Programm!


