EPIC FAIL #mcafee

Ich hab ja schon mit dem Schlimmsten gerechnet, als unabhängig voneinander zwei Supportanfragen von Kollegen auf Arbeit eintrafen. Irgendein Virus muss unterwegs sein. Der von mir informierte Second Level wusste auch nur, dass wohl so ziemlich das ganze Unternehmen betroffen sein musste, ich war nicht der erste, der diesbezüglich ein Ticket öffnete.

Twitter – in solchen Fällen wirklich die schnellste Informationsquelle – schuf einen ersten kleinen Überblick: Unter dem Stichwort «Virus» war in Dutzenden Meldungen von Firmen zu lesen, denen die ganze IT abgeraucht war.

Keine Stunde später war klar: Der Fehler ist nicht ein Virus, sondern die Antivirensoftware eines ganz Grossen, die nach einem Definitionsupdate eine wichtige Systemdatei als Virus einstufte, unter Quarantäne stellte und damit Hunderttausende PCs in edle Briefbeschwerer verwandelte. FAIL.

EPIC wird es sogleich: Ist der Computer erst einmal so aus dem Takt gekommen, kann der Fehler scheinbar nur vor Ort durch den Spezialisten behoben werden. Ich hoffe ja sehr, dass von den 120 Rechnern, für die ich verantwortlich bin, heute möglichst wenig in Betrieb waren und sich das fehlerhafte Update geholt haben. Ob ich morgen wohl besser krank sein sollte?

Apropos schnelle Information: Meine üblicherweise erstkonsultierte und gutdokumentierte Quelle in ICT-Fragen weiss auch jetzt, Stunden später, noch von nichts. Komisch.

UPDATE: Glück gehabt, ich musste bislang nur gerade 12 Stück reparieren. Im ganzen Konzern scheint jeder fünfte PC betroffen zu sein. Und McAfee hat seine Sprachregelung bereits ein bisschen angepasst. War zu Beginn noch von «slight problem» die Rede, heisst es jetzt «Our initial investigation indicates that the error can result in moderate to significant issues […]». Wobei ein aus Anwendersicht faktisch unbenutzbarer Computer für mich klar als schwerwiegende Angelegenheit einzustufen ist.

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