Gestern und heute habe ich ordentlich die Wirtschaft angekurbelt: Ein Blitzschlag direkt ins Haus hat bei einem meiner Brötchengeber Telefon und Internet lahmgelegt. So lautete zunächst der Hilferuf auf der Combox.
Werkzeug packen und sich aufs Velo schwingen geht noch schnell. Am Arbeitsort den Defekt zu finden ist dann schon deutlich anspruchsvoller. Dass der Telefonanschluss und damit natürlich auch die ADSL-Verbindung tot war, liess sich unschwer am wohltönenden Dreiklang erkennen, wenn man eine der Nummern wählte.
Die weitere Arbeit wurde dann langsam teuer:
Mehrere Netzwerkgeräte zeigten keinen Link mehr an. Am Kabel lag es nur in einem Fall, wo ein deutlich angekokelter Stecker zu sehen war. Innert Kürze waren fünf defekte Switches eingesammelt. Einer hatte sich sogar dazu entschlossen, seine Status-LEDs als Lichtorgel zu benutzen – eine originelle Hilfestellung für den Admin!
Auch der zentrale DHCP-Router schien nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein. Eine erste Reise zum ortsansässigen Kistenschieber war angebracht.
Hat schon jemand versucht, ohne Vorbestellung beim Computerhändler gleichzeitig fünf identische und vernünftige 8-Port-Gigabit-Switches einzukaufen? (Von den sinnlos und stinkfrech überteuerten Geräten bei FUST soll hier ein andermal die Rede sein. Nur soviel sei gesagt: digitec Normalpreis CHF 56.-, FUST Aktionspreis (!) CHF 129.-, Stand 04-08-2011, ich hab Screenshots davon.) Glaubt mir, es ist schwierig. Die neue Netzwerkinfrastruktur kommt deshalb jetzt nach Berücksichtigung einiger Fachhändler reichlich heterogen daher.
Nun da das Netzwerk einigermassen wiederhergestellt war, kamen die beruhigenden Tests: Domain Server, Fileserver, Backupserver etc – also alle teuren und aufwendig zu ersetzenden Maschinen – reagierten wie gewohnt. Dafür kamen nun andere Defekte zum Vorschein, die sich zuvor elegant hinter dem Amok laufenden Netzwerk versteckt hatten: Ein kompletter PC hatte den Geist aufgegeben, ebenso der gute Farblaserdrucker, der Etikettendrucker, ein Netzwerkchip eines weiteren PCs, ein EFT-Gerät, ein IP-Radio und selbstverständlich auch das betagte ADSL-Modem. Erwähnte ich bereits die relativ neue Telefonanlage, die ein Totalschaden geworden ist?
Selbst wenn die Versicherung den Produktivitätsverlust wegen fast zwei Tagen fehlender Internetverbindung wohl kaum übernehmen wird, gibt es in der Summe eine erstaunlich gepfefferte Rechnung wegen eines kleinen gutgezielten Blitzschlags!
