{"id":2145,"date":"2011-06-21T20:08:20","date_gmt":"2011-06-21T19:08:20","guid":{"rendered":"http:\/\/michaelbuechler.ch\/blog\/?p=2145"},"modified":"2011-06-22T12:10:04","modified_gmt":"2011-06-22T11:10:04","slug":"computerfuhrerschein-now","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelbuechler.ch\/blog\/2011\/06\/21\/computerfuhrerschein-now\/","title":{"rendered":"Computerf\u00fchrerschein NOW"},"content":{"rendered":"<p>Hatten wir den Bl\u00f6dsinn nicht in \u00e4hnlicher Form <a href=\"http:\/\/michaelbuechler.ch\/blog\/2010\/10\/29\/klassiker\/\" target=\"_blank\">schon einmal<\/a>? Diesmal ist es eine Angestellte im wissenschaftlichen Kader eines Museums.<br \/>\nDie mehreren Tausend Mitarbeitenden meines Arbeitsgebers haben ja (was durchaus sehr praktisch sein mag) Zugriff auf ein zentrales eMail-Adressverzeichnis. Und damit auch Zugriff auf die Mailinglisten aller m\u00f6glicher Abteilungen. Was auch praktisch sein kann.<br \/>\nWenn nun aber besagte Angestellte (die dummerweise beim gleichen Br\u00f6tchengeber besch\u00e4ftigt ist) s\u00e4mtliche Verteiler zusammenklickt \u2013 eine respektable Handarbeit \u2013 und damit auf die Schnelle ein Veranstaltungsprogramm an einige Tausend Adressaten in die digitale Welt hinaushaut, gibts nur noch eins: Chips und Bier bereitstellen, F\u00fcsse hochlagern und auf die Internetanf\u00e4nger warten. Der erste braucht nur elf Minuten, Wahnsinn:<\/p>\n<blockquote><p>Liebe Frau $Name<br \/>\nDanke f\u00fcr diese Info.<br \/>\nHerzlichen Gruss<br \/>\n$AndererName<\/p><\/blockquote>\n<p>Und nein, die nette Antwort f\u00fcr die nette Zustellung des Programms geht nicht nur an die Absenderin, sondern an ALLE paar Tausend Adressaten. Herr im Himmel, lass Hirn regnen!<\/p>\n<p>Dann knappe zwei Stunden sp\u00e4ter ein Profi, der sich (im Prinzip ja v\u00f6llig zu recht, er hat offenbar etwas gelernt in der Klubschule) aufregt:<\/p>\n<blockquote><p>Schon mal was geh\u00f6rt von Bcc?????<br \/>\nDas gibt es doch gar nicht!!<\/p><\/blockquote>\n<p>Und nat\u00fcrlich wieder an den ganzen Mitarbeitersalat. Sag mal!<\/p>\n<p>to be continued, f\u00fcrchte ich&#8230;<\/p>\n<p>UPDATE drei Stunden sp\u00e4ter, eine Demonstration von geballter IT-Kompetenz, selbstverst\u00e4ndlich @all (und als Antwort auf die Profimail von vorher mit dem Bcc und den vielen Fragezeichen, aber ja eigentlich f\u00fcr die OP gedacht):<\/p>\n<blockquote><p>Erstens w\u00fcnsche ich eine Entschuldigung f\u00fcr diese Sauerei<br \/>\nZweitens die umgehende L\u00f6schung meiner E-Mailadresse in Ihrem mittelalterlichen Verteiler<br \/>\nund<br \/>\nDrittens:! Wenn sie sich ihres Fehlers nicht bewusst sind, dass der Job des Newsletter-Mailings durch eine &#8222;kompetentere&#8220; Person \u00fcbernommen werde!!!<\/p><\/blockquote>\n<p>H\u00f6h\u00f6, langsam wirds echt lustig. Popcorn ist bald alle, Bier auch schon aus.<\/p>\n<p>UPDATE zwanzig Minuten sp\u00e4ter, n\u00e4chste Patientin. Jetzt wirds spannend, wie soll man denn da bloss ins Bett kommen?<\/p>\n<blockquote><p>Ich finde diese Massenmails unakzeptierbar und hoffe, nie mehr mit solchem Unsinn bel\u00e4stigt zu werden!<\/p><\/blockquote>\n<p>Schreibts und bel\u00e4stigt ihrerseits Tausende. Was denken sich die Leute bloss? Wenigstens ist von unserer Abteilung noch niemand auf die debile Idee gekommen, allen zu antworten. W\u00fcrde ja letztendlich irgendwie auf mich als ICT-Verantwortlichen zur\u00fcckfallen ;-)<\/p>\n<p>UPDATE Tag II, alle sind ausgeschlafen, um halb neun beginnt der lustige Reigen. Jetzt kommen noch die ganzen Spassv\u00f6gel, deren Arbeit offenbar zu langweilig ist:<\/p>\n<blockquote><p>Bis alle alles  gelesen und sich ge\u00e4rgert und wieder abgeregt haben gibt dies eine Wurscht zum  Filetpreis!<\/p><\/blockquote>\n<p>Zehn Minuten sp\u00e4ter wieder eine gutgemeinte Nachricht an alle:<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt auch Leute, welche die Mail einfach gel\u00f6scht haben und sich eigentlich nicht f\u00fcr weitere Kommentare interessieren. In diesem Sinne: Bitte nicht auf &#8222;allen Antworten&#8220; klicken, wenn Sie Ihre Reklamation an Frau $Name senden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Besten Dank. Wenn die Menschheit nur wenigstens lesen k\u00f6nnte, w\u00fcrden uns ja weitere Mails erspart bleiben. Aber nein, nach zehn Minuten kommts nun langsam etwas genervt aus irgendeiner Teppichetage:<\/p>\n<blockquote><p>So jetzt h\u00f6rt aber alle mal auf damit, hab keine Lust noch weiteres \u00fcber diesen unbedeutenden &#8222;Vorfall&#8220; zu lesen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ihr habts erraten, selbstverst\u00e4ndlich an alle. Nicht dass uns noch jemand vergessen geht! Das Votum st\u00f6sst nat\u00fcrlich auf Zustimmung, sogar mehrmals im Abstand von wenigen Minuten:<\/p>\n<blockquote><p>ich schliesse mich diesem Mail an.<br \/>\nDanke<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>ebenfalls<\/p><\/blockquote>\n<p>Freut mich, das h\u00f6ren zu d\u00fcrfen. Und Zehntausend andere auch. Aus einem anderen mit Teppich ausgelegten Stockwerk kommt zehn Minuten sp\u00e4ter erneut eine gutgemeinte Anleitung:<\/p>\n<blockquote><p>Bitte unterlasst doch das &#8222;Antworten an alle!&#8220; So macht man ja genau das gleiche! Das belastet den Mail-Server!<br \/>\nDie Absenderin hat dies l\u00e4ngst zur Kenntnis genommen und die Lehre daraus gezogen.<br \/>\nEs sei ihr verziehen :-)<\/p><\/blockquote>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich. No hard feelings! Wir haben uns noch selten so unterhalten gef\u00fchlt. Und es ist ja noch lange nicht fertig, vor der Mittagspause ist noch viel Arbeitszeit, die mit sinnlosen Mails gef\u00fcllt werden will:<\/p>\n<blockquote><p>&#8230;&#8220;alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei&#8220;&#8230;&#8230;<br \/>\nIn diesem Sinne, frohes Schaffen<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Hallo z\u00e4ma<br \/>\nMich st\u00f6rt diese &#8222;Bombardierung&#8220; massiv. Diese ist sicher kontraproduktiv! Es ist mir also nicht &#8222;Wurst&#8220; was mit mir passiert, respektive wie meine Zeit beansprucht wird. Ich schliesse mich meinen Vor\u00e4ngern an: H\u00f6rt mit dem Bl\u00f6ssinn auf!<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist mal eine Kampfansage, der nicht widersprochen werden darf: Die erste Antwort kommt nach weiteren 30 Minuten. Es ist eine Mail ohne zus\u00e4tzlichen Inhalt \u2013 der Absender wollte wohl wirklich niemandes Zeit mehr zus\u00e4tzlich beanspruchen und hat nur auf &#8222;Allen antworten&#8220; geklickt, ohne seine eigene Meinung auszudr\u00fccken. Sympathisch, wir haben uns ALLE sehr gefreut.<\/p>\n<p>Dann wirds pl\u00f6tzlich ruhiger. Der n\u00e4chste Angriff kommt erst um die Mittagszeit:<\/p>\n<blockquote><p>Da \u00e4rgert sich jeder \u00fcber den Fauxpas, bittet aber gleichzeitig in einem Mail &#8222;an alle&#8220;, doch seiner Emp\u00f6rung nicht durch ein Email &#8222;an alle&#8220; Ausdruck zu verleihen und ist insgeheim eigentlich doch ganz am\u00fcsiert \u00fcber die ganzen Kommentare, die etwas zur Auflockerung des Arbeitsalltags beitragen&#8230;<br \/>\nZum Gl\u00fcck haben wir jetzt ein langes Wochenende vor uns, um uns von dieser furchtbaren Katastrophe zu erholen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was haben wir uns am\u00fcsiert, wie recht sie doch hat. Dass aber pro solche unsinnige Mail grob \u00fcberschlagen 1 GB (!) an Daten durch den Mailserver flitzen, wird die Administratoren sicher nicht so freuen.<br \/>\nJetzt wollen wir noch abwarten, was der Nachmittag so bringt &ndash; ein paar Dumme werden sich bestimmt noch finden lassen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hatten wir den Bl\u00f6dsinn nicht in \u00e4hnlicher Form schon einmal? Diesmal ist es eine Angestellte im wissenschaftlichen Kader eines Museums. Die mehreren Tausend Mitarbeitenden meines Arbeitsgebers haben ja (was durchaus sehr praktisch sein mag) Zugriff auf ein zentrales eMail-Adressverzeichnis. Und damit auch Zugriff auf die Mailinglisten aller m\u00f6glicher Abteilungen. Was auch praktisch sein kann. 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